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Landessportbund und Bildungsministerium Thüringen:

Bewegte Kinder sind gesündere Kinder

Sonntag, 23. November 2025, 07:58 Uhr
Mit einem gemeinsamen Besuch des Bewegungs-Checks für Drittklässler im Sportunterricht haben Bildungsminister Christian Tischner und Landessportbund-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel die Bedeutung frühzeitiger Bewegungsförderung im Grundschulalter in Thüringen hervorgehoben...

Beim gemeinsamen Medizinballstoßen, Sprinten oder auch beim Standweitsprung mit den Grundschülern lernte Minister Christian Tischner die sechs Stationen des Bewegungs-Checks kennen. Das Programm „Bewegte Kinder = Gesündere Kinder“ ist seit 2017 fester Bestandteil der schulischen Gesundheitsförderung und seit 2022 verbindlich im Sportunterricht verankert. Es zielt darauf ab, motorische Fähigkeiten und Gesundheitsbewusstsein von Kindern in der Grundschule nachhaltig zu stärken. Auch in diesem Schuljahr ist das Programm fest im Lehrplan verankert. Dass dies so bleiben soll, signalisierte der Minister bei seinem Besuch.

Bewegung als Gesundheitsvorsorge
Der landesweite Bewegungs-Check ist Basis des Programms „Bewegte Kinder gesündere Kinder“. Jährlich nehmen über 16.000 Schülerinnen und Schüler aus allen Schulamtsbereichen teil. Seit Programmstart haben mehr als 66.000 Kinder aus über 400 Schulen die sensomotorischen Tests absolviert – vom Einbeinstand über den 20-Meter-Sprint bis zum Sechs-Minuten-Lauf.
„Mit dem Programm schaffen wir eine landesweit einzigartige Verbindung von Bildung, Bewegung und Gesundheitsförderung“, sagte Thomas Zirkel. „Wir wollen, dass jedes Kind – unabhängig von Herkunft und Umfeld – die Chance auf gesunde Entwicklung und sportliche Teilhabe hat. Das ist eine Investition in die Zukunft Thüringens.“ Schon jetzt zeigt sich, dass das Programm durch die Kooperation von Schulen, Sportvereinen und Gesundheitsakteuren nachhaltig verankert ist. Auch die Bestandserhebung untermauert die Bedeutung. „Wir haben im Landessportbund gemeinsam mit der Thüringer Sportjugend sehr lange das Ziel verfolgt, dass jedes zweite Kind in der Altersgruppe der 7- bis 14-Jährigen Mitglied im Sportverein ist. Mit einem Organisationsgrad von 50,7 Prozent im Jahr 2025 wurde diese Marke übertroffen.“
Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, erklärte: „Das Programm ergänzt den regulären Sportunterricht auf wertvolle Weise. Die verpflichtende Teilnahme aller Thüringer Grund- und Gemeinschaftsschulen trägt maßgeblich zum Erfolg des Programms bei. Die Kombination aus Gesundheitsförderung durch die Vermittlung in Sportvereine, regelmäßigen Bewegungsangeboten an den Schulen und der Motivation von Familien für den Nachwuchsleistungssport ist einmalig. Mein besonderer Dank gilt den engagierten Sportlehrerinnen und Sportlehrern.“

Klare Befunde – gezielte Förderung
Die wissenschaftliche Auswertung durch die Universität Erfurt zeigt deutliche regionale Unterschiede in Ausdauer, Gewicht und Bewegungsfähigkeit. Kinder mit regelmäßigem Vereins- oder Schulsport können motorische Defizite häufig vollständig ausgleichen. In Regionen mit geringerer Bewegungsförderung treten dagegen vermehrt motorische Schwierigkeiten und Übergewicht auf.

Rund 14 Prozent der getesteten Kinder gelten als besonders talentiert, 13 Prozent als förderbedürftig. Beide Gruppen werden gezielt unterstützt – etwa durch Talentiaden für sportlich Begabte oder spezielle regionale Bewegungsförderangebote an 40 Schulen.
Das Programm wird vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur getragen, koordiniert vom Landessportbund Thüringen und der Thüringer Sportjugend. Die Universität Erfurt übernimmt die wissenschaftliche Begleitung, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Thüringen ergänzt mit Ernährungsberatung.

Zu den festen Bausteinen gehören:
· flächendeckende thüringenweite Bewegungs-Checks an Grund- und Gemeinschaftsschulen
· regionale Bewegungsförderangebote durch aktuell neun Übungsleiterinnen und Übungsleiter in 40 Schulen
· Talentiaden für Talente in allen fünf Schulamtsbereichen
· jährlich rund 20 „Tage des Sports und der Gesundheitsförderung“


Mit einem jährlichen Finanzvolumen von 350.000 Euro (2026–2028) trägt das Programm auch zur Umsetzung der Thüringer Gesundheitsziele bei. Ministerium und LSB hoffen auf eine Verlängerung und Festschreibung des gemeinsamen Programms im Landeshaushalt.
Autor: red

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