Förderung biologischer Vielfalt in der Landwirtschaft
Mehr Vielfalt auf dem Acker
Samstag, 27. Dezember 2025, 09:26 Uhr
Mehr Biodiversität in der Thüringer Agrarlandschaft ist
Verbände aus der Landwirtschaft und dem Naturschutz gehen einen gemeinsamen Weg, um Möglichkeiten zu finden, wie man den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft stoppen kann...
Eine Grundlagenstudie für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft belegt jetzt, dass Thüringen allein in der Förderperiode 2028-2032 einen zusätzlichen Finanzbedarf von über 42 Millionen Euro pro Jahr benötigt.
Die Studie wurde vom Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab) im Rahmen eines gemeinsamen Projektes vom Thüringer Bauernverband, BUND Thüringen, NABU Thüringen und Thüringer Ökoherz erstellt und vom Thüringer Umweltministerium gefördert. Sie zeigt, dass viele Ansätze in dem derzeitigen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und auch aus den bundesweiten Ökoregelungen grundsätzlich geeignet sind, um die Biodiversität zu stützen. Es gibt aber dringenden Weiterentwicklungsbedarf, um den Erhalt der biologischen Vielfalt zu erreichen. Verbesserungsbedarf bräuchte es laut der Studie vor allem bei flächigen Maßnahmen im Ackerbereich, während bestimmte Grünlandmaßnahmen hinsichtlich deren Ausgestaltung optimiert werden sollten. Zudem gilt es den Ökolandbau weiter auszubauen.
Umweltminister Tilo Kummer: Rund 50 Prozent der Landesfläche Thüringens sind in landwirtschaftlicher Nutzung, über 20 Prozent mit hohem Naturwert. Damit liegt Thüringen über dem Bundesdurchschnitt. Mit dem Netzwerk wollen wir das Potential der Landwirtschaft für den Umwelt- und Naturschutz besser nutzen.
Mehr Finanzen für die biologische Vielfalt nötig
Insgesamt werden aktuell 50 Millionen Euro über KULAP und über das Natur- und Landschaftsprogramm (NALAP) sowie die Förderung des Ökolandbaus pro Jahr ausgegeben. Über die deutschlandweiten Förderungen der Ökoregelungen und der Tierprämie stehen jährlich zusätzlich etwa 58 Millionen Euro bereit. Die insgesamt 108 Millionen Euro pro Jahr reichen laut der Studie allerdings nicht aus, um genügend Maßnahmen in der Förderperiode von 2028 bis 2032 umzusetzen und den Artenschwund in der Agrarlandschaft zu stoppen. Vielmehr wurde ein Finanzbedarf von 150 Millionen Euro pro Jahr errechnet, für die Förderperiode 2038–2042 sogar ein Finanzbedarf von jährlich 257 Millionen Euro.
Dialog über biodiversitätsfördernde Maßnahmen
Die Vorschläge der Studie zur Weiterentwicklung von Maßnahmen, die sich unmittelbar positiv auf die Biodiversität im Agrarraum auswirken, wurden in Workshops mit verschiedensten Akteuren aus Landwirtschaft und Naturschutz abgestimmt wie zum Beispiel die Extensivierung von Getreideäckern und die Ausweitung der Pflege von Streuobstwiesen. Die Maßnahmen werden derzeit in dem Folgeprojekt Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz weiter diskutiert und auf ihre Praxistauglichkeit überprüft.
Artenvielfalt ist wichtig für die Landwirtschaft
Die Verbände sind sich einig, ohne Artenvielfalt gibt es keine zukunftsfähige Landwirtschaft. Dafür braucht es aber auch dringend mehr finanzielle Anreize für landwirtschaftliche Betriebe, damit diese in der Lage sind, Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt ökonomisch, praktikabel und ohne zusätzliche bürokratische Hürden umzusetzen. Die Politik muss hierfür die Weichen stellen, auch in der Europäischen Union.
Anfang April dieses Jahres startete das Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz Das Landwirtschaftsministerium fördert das Netzwerk mit 239.000 Euro. Zusätzlich hatte das Umweltministerium 67.000 Euro für die Grundlagenstudie zur Verfügung gestellt. Mit der Gründung des Netzwerks wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag (Zukunftspakt Landwirtschaft) umgesetzt.
Autor: redVerbände aus der Landwirtschaft und dem Naturschutz gehen einen gemeinsamen Weg, um Möglichkeiten zu finden, wie man den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft stoppen kann...
Eine Grundlagenstudie für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft belegt jetzt, dass Thüringen allein in der Förderperiode 2028-2032 einen zusätzlichen Finanzbedarf von über 42 Millionen Euro pro Jahr benötigt.
Die Studie wurde vom Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab) im Rahmen eines gemeinsamen Projektes vom Thüringer Bauernverband, BUND Thüringen, NABU Thüringen und Thüringer Ökoherz erstellt und vom Thüringer Umweltministerium gefördert. Sie zeigt, dass viele Ansätze in dem derzeitigen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und auch aus den bundesweiten Ökoregelungen grundsätzlich geeignet sind, um die Biodiversität zu stützen. Es gibt aber dringenden Weiterentwicklungsbedarf, um den Erhalt der biologischen Vielfalt zu erreichen. Verbesserungsbedarf bräuchte es laut der Studie vor allem bei flächigen Maßnahmen im Ackerbereich, während bestimmte Grünlandmaßnahmen hinsichtlich deren Ausgestaltung optimiert werden sollten. Zudem gilt es den Ökolandbau weiter auszubauen.
Umweltminister Tilo Kummer: Rund 50 Prozent der Landesfläche Thüringens sind in landwirtschaftlicher Nutzung, über 20 Prozent mit hohem Naturwert. Damit liegt Thüringen über dem Bundesdurchschnitt. Mit dem Netzwerk wollen wir das Potential der Landwirtschaft für den Umwelt- und Naturschutz besser nutzen.
Mehr Finanzen für die biologische Vielfalt nötig
Insgesamt werden aktuell 50 Millionen Euro über KULAP und über das Natur- und Landschaftsprogramm (NALAP) sowie die Förderung des Ökolandbaus pro Jahr ausgegeben. Über die deutschlandweiten Förderungen der Ökoregelungen und der Tierprämie stehen jährlich zusätzlich etwa 58 Millionen Euro bereit. Die insgesamt 108 Millionen Euro pro Jahr reichen laut der Studie allerdings nicht aus, um genügend Maßnahmen in der Förderperiode von 2028 bis 2032 umzusetzen und den Artenschwund in der Agrarlandschaft zu stoppen. Vielmehr wurde ein Finanzbedarf von 150 Millionen Euro pro Jahr errechnet, für die Förderperiode 2038–2042 sogar ein Finanzbedarf von jährlich 257 Millionen Euro.
Dialog über biodiversitätsfördernde Maßnahmen
Die Vorschläge der Studie zur Weiterentwicklung von Maßnahmen, die sich unmittelbar positiv auf die Biodiversität im Agrarraum auswirken, wurden in Workshops mit verschiedensten Akteuren aus Landwirtschaft und Naturschutz abgestimmt wie zum Beispiel die Extensivierung von Getreideäckern und die Ausweitung der Pflege von Streuobstwiesen. Die Maßnahmen werden derzeit in dem Folgeprojekt Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz weiter diskutiert und auf ihre Praxistauglichkeit überprüft.
Artenvielfalt ist wichtig für die Landwirtschaft
Die Verbände sind sich einig, ohne Artenvielfalt gibt es keine zukunftsfähige Landwirtschaft. Dafür braucht es aber auch dringend mehr finanzielle Anreize für landwirtschaftliche Betriebe, damit diese in der Lage sind, Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt ökonomisch, praktikabel und ohne zusätzliche bürokratische Hürden umzusetzen. Die Politik muss hierfür die Weichen stellen, auch in der Europäischen Union.
Anfang April dieses Jahres startete das Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz Das Landwirtschaftsministerium fördert das Netzwerk mit 239.000 Euro. Zusätzlich hatte das Umweltministerium 67.000 Euro für die Grundlagenstudie zur Verfügung gestellt. Mit der Gründung des Netzwerks wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag (Zukunftspakt Landwirtschaft) umgesetzt.
