Bad Langensalza
Familienbeirat fordert Weitsicht in Debatte um Elternbeiträge
Montag, 19. Januar 2026, 14:15 Uhr
Der Beirat für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bad Langensalza spricht sich gegen eine sofortige Erhöhung der Elternbeiträge zum 1. März 2026 aus und legt dem Stadtrat eine sozial ausgewogene, mehrjährige Alternative vor...
Der Beirat anerkennt die finanziellen Herausforderungen der Stadt, fordert jedoch, die sozialen und strategischen Folgen einer Beitragserhöhung stärker zu berücksichtigen.
Wir verstehen die haushalterische Lage der Stadt, aber die Lösung darf nicht reflexhaft auf dem Rücken der Familien gesucht werden. Kindertagesbetreuung ist keine freiwillige Wohlfühlleistung. Als kommunale Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge verdient sie eine verlässliche Bewertung mit Weitsicht, so Felix Froeb, Beiratssprecher.
Die vorgelegte Kalkulation zeigt steigende Platz- und Personalkosten sowie einen wachsenden städtisch zu finanzierenden Fehlbetrag. Gleichzeitig besteht kein kommunalaufsichtlicher Zwang, die Höhe der Elternbeiträge kurzfristig anzuheben; die Entscheidung bleibt eine politische Abwägung.
Viele Familien stehen bereits an der Grenze des Leistbaren; monatliche Mehrkosten sind für Haushalte mit kleinem Budget sofort spürbar. Als Stadtgesellschaft dürfen wir nicht die Augen vor realen Fällen verschließen, in den Familien zum Monatsende abwägen müssen, ob sie ihr Kind überhaupt noch in die Betreuung bringen können – schlicht, weil das Geld für Dinge wie das Auffüllen der Windeln im Kindergarten fehlt, erklärt Franziska Möller, Beiratssprecherin.
Mischkalkulationen, die beitragsfreie Jahre gegen beitragspflichtige Anfangsjahre verrechnen und der Relativierung des Elternbeitrags über die Jahre einer Kindergartenbetreuung hinweg dienen, verschleiern die unmittelbar Härte in den beitragspflichtigen Monaten und werden vom Beirat als politisches Entlastungsargument abgelehnt.
Zugleich betont der Beirat, dass die Stadt mit umliegenden Gemeinden um Familien konkurriert. Höhere Beiträge können pendelnde Eltern dazu veranlassen, Plätze außerhalb der Stadt zu nutzen, was langfristig die Auslastung und Attraktivität der Kinderbetreuungseinrichtungen in Bad Langensalza schwächen kann. Der Beirat erbittet im Stadtrat eine konstruktive und sachliche Debatte.
Statt einer kurzfristigen Anhebung schlägt der Beirat ein gestaffeltes Phasenmodell mit klarer Deckelung vor und verbindliche Mehrjahresregelungen und Überprüfungszeiträume zur Planungssicherheit:
Kein sofortiger Beschluss zur Erhöhung ab 1. März 2026 die Beschlusslage aus dem Frühjahr 2025 soll bis mindestens 31.Dezember 2026 Bestand haben.
Ein vorzeitiger Widerruf der eigenen Beschlusslage würde das Vertrauen der Familien in die Verlässlichkeit von Stadtratsentscheidungen untergraben und die Haushaltsplanung vieler Familien unnötig erschweren, so Franziska Möller, Beiratssprecherin.
Phasenmodell mit Deckelung:
Beiträge sollten über mehrere Jahre gestaffelt angepasst werden; eine jährliche Erhöhung des monatlichen Elternbeitrags orientiert an der Kindergeldanpassung, jedoch um maximal 10 Euro pro Jahr und Kind würde zusätzliche finanzielle Härten für von Familien an der Belastungsgrenze im Blick behalten.
Mehrjährige Beitragsregelung und verbindliche Überprüfungszeiträume:
Um jährliche Überraschungen und Debatten zu vermeiden, fordert der Beirat eine mehrjährige Regelung mit klaren, verbindlichen Überprüfungszeiträumen.
Es gibt keine kommunalaufsichtliche oder finanzregulatorische Notwendigkeit, zum jetzigen Zeitpunkt bereits vom Stadtrat beschlossene Beiträge in Frage zu stellen. Wenn Familien langfristig planen können, erleichtert das deren Haushaltsplanung und stärkt das das Vertrauen in den Stadtrat und die Verwaltung, so Felix Froeb, Beiratssprecher.
Der Beirat erinnert daran, dass die geführten Beitragsdebatten der letzten Jahre nicht nur kurzfristige Haushaltswirkungen haben, sondern langfristige Signale an Familien senden.
Eine Stadt, die wiederholt in Beitragsdebatten gerät, riskiert ihre Attraktivität für junge Familien zu mindern und damit langfristig Einwohnerinnen und Einwohner fernzuhalten oder zu verlieren. Ein angesichts der sich ohnehin abzeichnenden demografisch bedingten Schrumpfung der Stadt fatales Signal. Deshalb muss die Entscheidung neben betriebswirtschaftlichen Zahlen auch die langfristige Familienfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit Bad Langensalzas berücksichtigen.
Autor: emwDer Beirat anerkennt die finanziellen Herausforderungen der Stadt, fordert jedoch, die sozialen und strategischen Folgen einer Beitragserhöhung stärker zu berücksichtigen.
Wir verstehen die haushalterische Lage der Stadt, aber die Lösung darf nicht reflexhaft auf dem Rücken der Familien gesucht werden. Kindertagesbetreuung ist keine freiwillige Wohlfühlleistung. Als kommunale Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge verdient sie eine verlässliche Bewertung mit Weitsicht, so Felix Froeb, Beiratssprecher.
Die vorgelegte Kalkulation zeigt steigende Platz- und Personalkosten sowie einen wachsenden städtisch zu finanzierenden Fehlbetrag. Gleichzeitig besteht kein kommunalaufsichtlicher Zwang, die Höhe der Elternbeiträge kurzfristig anzuheben; die Entscheidung bleibt eine politische Abwägung.
Viele Familien stehen bereits an der Grenze des Leistbaren; monatliche Mehrkosten sind für Haushalte mit kleinem Budget sofort spürbar. Als Stadtgesellschaft dürfen wir nicht die Augen vor realen Fällen verschließen, in den Familien zum Monatsende abwägen müssen, ob sie ihr Kind überhaupt noch in die Betreuung bringen können – schlicht, weil das Geld für Dinge wie das Auffüllen der Windeln im Kindergarten fehlt, erklärt Franziska Möller, Beiratssprecherin.
Mischkalkulationen, die beitragsfreie Jahre gegen beitragspflichtige Anfangsjahre verrechnen und der Relativierung des Elternbeitrags über die Jahre einer Kindergartenbetreuung hinweg dienen, verschleiern die unmittelbar Härte in den beitragspflichtigen Monaten und werden vom Beirat als politisches Entlastungsargument abgelehnt.
Zugleich betont der Beirat, dass die Stadt mit umliegenden Gemeinden um Familien konkurriert. Höhere Beiträge können pendelnde Eltern dazu veranlassen, Plätze außerhalb der Stadt zu nutzen, was langfristig die Auslastung und Attraktivität der Kinderbetreuungseinrichtungen in Bad Langensalza schwächen kann. Der Beirat erbittet im Stadtrat eine konstruktive und sachliche Debatte.
Statt einer kurzfristigen Anhebung schlägt der Beirat ein gestaffeltes Phasenmodell mit klarer Deckelung vor und verbindliche Mehrjahresregelungen und Überprüfungszeiträume zur Planungssicherheit:
Kein sofortiger Beschluss zur Erhöhung ab 1. März 2026 die Beschlusslage aus dem Frühjahr 2025 soll bis mindestens 31.Dezember 2026 Bestand haben.
Ein vorzeitiger Widerruf der eigenen Beschlusslage würde das Vertrauen der Familien in die Verlässlichkeit von Stadtratsentscheidungen untergraben und die Haushaltsplanung vieler Familien unnötig erschweren, so Franziska Möller, Beiratssprecherin.
Phasenmodell mit Deckelung:
Beiträge sollten über mehrere Jahre gestaffelt angepasst werden; eine jährliche Erhöhung des monatlichen Elternbeitrags orientiert an der Kindergeldanpassung, jedoch um maximal 10 Euro pro Jahr und Kind würde zusätzliche finanzielle Härten für von Familien an der Belastungsgrenze im Blick behalten.
Mehrjährige Beitragsregelung und verbindliche Überprüfungszeiträume:
Um jährliche Überraschungen und Debatten zu vermeiden, fordert der Beirat eine mehrjährige Regelung mit klaren, verbindlichen Überprüfungszeiträumen.
Es gibt keine kommunalaufsichtliche oder finanzregulatorische Notwendigkeit, zum jetzigen Zeitpunkt bereits vom Stadtrat beschlossene Beiträge in Frage zu stellen. Wenn Familien langfristig planen können, erleichtert das deren Haushaltsplanung und stärkt das das Vertrauen in den Stadtrat und die Verwaltung, so Felix Froeb, Beiratssprecher.
Der Beirat erinnert daran, dass die geführten Beitragsdebatten der letzten Jahre nicht nur kurzfristige Haushaltswirkungen haben, sondern langfristige Signale an Familien senden.
Eine Stadt, die wiederholt in Beitragsdebatten gerät, riskiert ihre Attraktivität für junge Familien zu mindern und damit langfristig Einwohnerinnen und Einwohner fernzuhalten oder zu verlieren. Ein angesichts der sich ohnehin abzeichnenden demografisch bedingten Schrumpfung der Stadt fatales Signal. Deshalb muss die Entscheidung neben betriebswirtschaftlichen Zahlen auch die langfristige Familienfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit Bad Langensalzas berücksichtigen.

