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Noch ist alles möglich

Das Wort zum Wochenende

Freitag, 30. Januar 2026, 07:03 Uhr
Nach etwa 720 gelebten Stunden ist das Jahr noch recht neu. Doch nicht selten fühlt es sich für mich jetzt schon anders an. Nach so wenigen Tagen, bin ich schon wieder mittendrin in meinem gewohnten Trott...

Symbolbild Winter (Foto: ssc) Symbolbild Winter (Foto: ssc)
In meinem Gefangensein zwischen Brotdosen und Wäschebergen. Zwischen den täglichen Verpflichtungen und meinen „liebgewordenen“ Gewohnheiten. Die guten Vorsätze für das neue Jahr – sie sind schon längst Geschichte.

Und dann flüstert mir am Morgen, kurz nach dem Aufwachen jemand einen kleinen Satz ins Ohr: „Siehe, ich mache alles neu.“

Nicht das mit damit alles anders wäre, als noch gestern gelebt. Aber er ist eine Einladung an mich, meinen Blick zu verändern. Denn noch ist noch nichts verloren. Schließlich liegen noch 335 Tage und damit 8040 Stunden Zeit vor mir. Auch sie wollen gelebt werden. Es liegt also an mir sie anders zu gestalten.

Was wäre denn, wenn ich mir vornehme ab heute, morgens mit der Neugier meines Sohnes in den Tag zu starten? Wenn ich täglich neu Lust darauf hätte, zu entdecken, was dieser neue Tag mir zwischen all den alltäglichen Verpflichtungen noch schenken will?
Schon jetzt muss ich lächeln.

Denn ich sehe mich am Ende eines jeden Tages zu Hause an unserem großen Küchentisch sitzen. Schaue mir dabei zu, wie ich mir Zeit nehme den Tag, der gerade erst gelebte wurde, an mir vorbeiziehen zu lassen.
Zwischen all den Verpflichtungen, die dieser Tag mit sich brachte, entdecke ich plötzlich Dinge, die mich zum Strahlen bringen. Das Lächeln der Verkäuferin beim Bäcker gewinnt ganz neu an Wert. Das kleine Gespräch beim Einkaufen ist nun geschenkte Zeit. Und beim lästigen Warten darauf, dass die Waschmaschine endlich fertig wird, ist mir ein Moment geschenkt worden, in den ich einem Gedanken einfach so nachhängen konnte.

So will ich die verbleibenden Tage des Jahres leben, mit Neugier, die mich an jedem Tag neu zum Strahlen bringt.

Am Freitag, den 6. Februar, um 18 Uhr laden wir zu einem neuen Veranstaltungsformat ein. Unter dem Titel „Sonanz erleben“ laden wir zu Begegnung, Wort und Musik in die St. Matthias Kirche nach Stockhausen ein. Vielleicht sind Sie neugierig?


Viktoria Bärwinkel, Pfarrerin in und um Sondershausen
Autor: red

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