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Meine Meinung:

Erst Vance, dann Rubio

Sonntag, 15. Februar 2026, 11:00 Uhr
Zwei inhaltlich fast identische Reden aber Reaktionen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, hat nnz-Kolumnist Achit Tölle innerhalb eines Jahren aus München vernommen...

Am Vorabend der Konferenz (Foto: MSC/Barth-Tuttas) Am Vorabend der Konferenz (Foto: MSC/Barth-Tuttas)
Nachdem US-Vizepräsident J.D. Vance vor einem Jahr einen tiefen transatlantischen Graben zwischen unseren Kontinenten gezogen hatte, wurde nun die Rede des US-Außenminister Marco Rubio mit Spannung erwartet.

Sie wurde zu einer Mischung aus gemeinsamer Traditionen und Werten aber gut verpackt mit deutlicher Kritik. Obwohl sie fast genauso schonungslos wie die von Vance war, bekam er aber jetzt viel Applaus.

Er eröffnete seine Rede mit den Grundlagen der westlichen Welt, den gemeinsamen Werten nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Sieg über den Kommunismus im Kalten Krieg.

Anschließend redete er über die Utopie von Weltbürgern in einer Welt ohne Grenzen und dass die beispiellose Welle massenhafter Migration den Zusammenhalt in der Gesellschaft, die Kultur und die Zukunft des einheimischen Volkes bedrohe. Als nächstes rechnete er mit der nationale Interessen ablösenden Wunschwelt der sogenannten regelbasierten globalen Ordnung ab, um dann nüchtern auf das Ungleichgewicht im Welthandel, hervorgerufen durch die Subventionen einiger Staaten und die dadurch resultierende Wettbewerbsverzerrungen, einzugehen.

Er beklagte eine zunehmende Verlagerung der staatlicher Souveränität an internationale Organisationen und den Ausbau des Sozialstaats zu Lasten der Verteidigungsfähigkeit sowie eine politisch gewollt deindustrialisieren unserer Länder. Ferner benannte er die Klimagesetze, die unsere Wirtschaft schädigen und unsere Menschen verarmen lassen, während unsere Wettbewerber Kohle, Öl und Erdgas ausbeuten um ihrer Volkswirtschaften anzutreiben.

Rhetorisch erstklassig und untermauert mit gemeinsamer Geschichte gelingt Rubio eine schonungslose Abrechnung mit europäischen und deutschen Illusionen. Allerdings bekam er, im Gegensatz zu Vance vor einem Jahr, von allen deutschen Politikern Standing Ovations.

Hätte das oben genannte jemand im Bundestag gesagt, wäre dieser gesteinigt oder doch zumindest ausgebuht worden.
Achit Tölle
Autor: red

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