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Sonderplenum zum Zalando-Aus im Thüringer Landtag

Zu Besuch im Parlament

Mittwoch, 04. März 2026, 16:45 Uhr
Ein weiteres interessantes Erlebnis hatte die uhz-Praktikantin Fiona am Montag in der Landeshauptstadt, wo sie im Thüringer Landtag dem Sonderplenum zur Schließung des Zalando-Logistikzentrums beiwohnen durfte. Hier ihr Bericht...

Praktikantin aus Winsen an der Luhe, Fiona Brügge; mit der UHZ-Online im Thüringer Landtag (Foto: Eva Maria Wiegand) Praktikantin aus Winsen an der Luhe, Fiona Brügge; mit der UHZ-Online im Thüringer Landtag (Foto: Eva Maria Wiegand)


Am 2. März war ich im Thüringer Landtag zu Besuch. Als Erstes haben wir den Landtagsabgeordneten Stefan Schard (CDU) und den Ministerpräsidenten Mario Voigt begrüßt. Danach bekamen wir eine Sonderführung durch die Gebäude des Landtags. Mich hat besonders beeindruckt, wie groß der Landtag eigentlich ist.

Er besteht aus insgesamt drei Gebäuden. Das erste ist das Verwaltungsgebäude, welches das erste Hochhaus ist, dass außerhalb Berlins in der DDR gebaut wurde. Heute steht es unter Denkmalschutz und die die Landtagsverwaltung hat dort ihren Sitz.

Anja Henze führte Fiona Brügge (Praktikantin der NNZ-Online) durch den Thüringer Landtag (Foto: Eva Maria Wiegand) Anja Henze führte Fiona Brügge (Praktikantin der NNZ-Online) durch den Thüringer Landtag (Foto: Eva Maria Wiegand)


Dann gibt es noch das Fraktionsgebäude. Besonders der Übergang vom Funktionsgebäude in das Fraktionsgebäude ist durch die unterschiedliche Architektur sehr beeindruckend.


Im Keller dieses Gebäudes befindet sich ein Erinnerungsort mit ehemaligen Haftzellen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Diese Zellen hatten kein Tageslicht und zwei von dreien nicht einmal ein Fenster. In den Zellen waren früher bis zu zwanzig Personen für mehrere Monate eingesperrt, bevor sie in das Konzentrationslager gebracht wurden.

Kellergefängnis aus Zeiten des Nationalsozialismus im heutigen Thüringer Landtag (Foto: Eva Maria Wiegand) Kellergefängnis aus Zeiten des Nationalsozialismus im heutigen Thüringer Landtag (Foto: Eva Maria Wiegand)


Auch der Afro-Amerikaner Gerd Schramm wurde am 6.Mai 1943 mit erst 14 Jahren in Einzelhaft in einer der Zellen eingesperrt. Er war dort für fünf Monate, ohne zu wissen warum, bis er schließlich ins Konzentrationslager gebracht wurde. Im Jahr 2011 veröffentlichte er das Buch "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?", über seine Erlebnisse.

Das dritte Gebäude ist das Funktionsgebäude mit dem Plenarsaal. Das Gebäude besteht aus sehr viel Glas, was für die Transparenz nach außen stehen soll, damit man sich drinnen nicht so abgeschottet fühlt, erklärte uns unsere Führerin Anja Henze. Nach der Führung durften wir bei dem Sonderplenum oben auf der Tribüne zuschauen.

Das Sonderplenum wurde von der Partei DIE LINKE aufgrund des Zalando-Skandals einberufen. Bei dem Skandal geht es darum, dass Zalando sein Logistikzentrum in Erfurt zum Jahresende schließen möchte und somit 2700 Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Die Partei DIE LINKE findet es nicht gut, dass Zalando 22 Millionen Euro Fördermittel für die Ansiedlung bekommen hat und diese nicht zurückzahlen muss. Die Linken wollen, dass künftig nur noch Unternehmen finanzielle Unterstützung erhalten, die sich fest an Tarifverträge halten und sich dazu verpflichten, dem Standort Thüringen treu zu bleiben.



Die CDU möchte eine staatliche Rückzahlung. Sie sehen mehr Erfolg in verlässlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, wie zum Beispiel in der schnelleren Vergabe von Aufträgen oder durch weniger Bürokratie bei der Beantragung von Förderprogrammen. Die BSW und SPD schließen sich dieser Meinung an. Neben den Anträgen der Opposition (DIE LINKE, AfD) gab es auch einen Alternativvorschlag der Brombeer-Koalition (bestehend aus CDU, BSW und SPD). Am Ende konnten sich die Landtags-Akteure nicht auf einen Antrag einigen und stimmten jeweils für ihren eigenen Antrag, somit hatte keiner der Anträge eine Mehrheit.
Praktikantin Fiona Brügge


Autor: emw

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