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Ein Blick in die Statistik

Thüringer Wirtschaft 2025 moderat gewachsen

Montag, 30. März 2026, 10:09 Uhr
Nach vorläufigen Berechnungen für das Jahr 2025 stieg das Bruttoinlandsprodukt Thüringens gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 0,4 Prozent. Dies teilt das Thüringer Landesamt für Statistik auf Grundlage aktuell verfügbarer Wirtschaftsdaten mit...

Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet) in Thüringen und Deutschland 2015 bis 2025 (Foto: Quelle: Statitisches Landesamt) Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet) in Thüringen und Deutschland 2015 bis 2025 (Foto: Quelle: Statitisches Landesamt)
Hauptursache für die positive Entwicklung ist ein Anstieg der Bruttowertschöpfung im Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung, Gesundheit“. Deutschlandweit nahm das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum preisbereinigt um 0,2 Prozent zu.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Thüringens – der Marktwert aller in Thüringen hergestellten Waren und Dienstleistungen – belief sich im Jahr 2025 auf 80,6 Milliarden Euro. Preisbereinigt, also unabhängig von Preiseinflüssen, ergibt sich daraus ein Anstieg um 0,4 Prozent gegenüber 2024. Nominal, also in jeweiligen Preisen, wurde ein Anstieg um 3,7 Prozent verzeichnet. In Deutschland stieg das BIP im selben Zeitraum preisbereinigt um 0,2 Prozent und nominal um 3,3 Prozent. Nach Schätzungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern und Bremen (jeweils +1,4 Prozent) das höchste Wirtschaftswachstum, während das Saarland den stärksten Rückgang (-0,9 Prozent) aufwies.

Die Betrachtung nach Wirtschaftsbereichen zeigt für Thüringen im Jahr 2025 gegenüber 2024 einen realen Anstieg im Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ um 4,7 Prozent. Die Dienstleistungsbereiche entwickelten sich insgesamt ebenfalls positiv (+0,3 Prozent). Dabei standen Zuwächse in den Bereichen „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ (+1,0 Prozent) sowie „Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung, Gesundheit“ (+2,0 Prozent) einem Rückgang im Bereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen, Grundstücks- und Wohnungswesen“ (-3,0 Prozent) gegenüber.

Das produzierende Gewerbe verzeichnete 2025 insgesamt einen Rückgang um 0,4 Prozent. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die negative Entwicklung im Baugewerbe (-2,4 Prozent).

Die Pro-Kopf-Kennzahlen des BIP entwickelten sich in Thüringen 2025 günstiger als im Bundesdurchschnitt. Das BIP je erwerbstätige Person lag bei durchschnittlich 80.321 Euro und stieg gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 1,5 Prozent (Deutschland: +0,3 Prozent). Das BIP je Einwohnerin bzw. Einwohner erhöhte sich preisbereinigt um 1,2 Prozent auf 38.591 Euro (Deutschland: +0,2 Prozent). Beide Kennzahlen lagen jedoch weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt und erreichten 82,6 Prozent bzw. 72,1 Prozent des gesamtdeutschen Niveaus.

Berechnungen des BIP auf Basis einer weitgehend vollständigen Datenlage liegen immer erst mit einem zeitlichen Abstand von etwa zwei Jahren vor. Während die Ergebnisse für 2024 und 2025 mithilfe aktuell verfügbarer Daten vorläufig ermittelt wurden, stehen für das Jahr 2023 nun erstmals originär berechnete Ergebnisse zum BIP und zur Bruttowertschöpfung (BWS) zur Verfügung. Diese ermöglichen eine detaillierte Analyse nach Wirtschaftsbereichen.

Für 2023 zeigt sich, dass der Rückgang der Thüringer Wirtschaftsleistung auf mehrere Wirtschaftsbereiche zurückzuführen ist, insbesondere auf das Verarbeitende Gewerbe (-4,4 Prozent). Rückgänge waren zudem unter anderem im Baugewerbe (-6,1 Prozent), im Handel (-4,4 Prozent), in der Energieversorgung (-7,3 Prozent) sowie in der „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ (-7,8 Prozent) zu verzeichnen. Zunahmen in anderen Wirtschaftsbereichen, etwa im Bereich „Information und Kommunikation“ (+17,4 Prozent), konnten diese Entwicklung nicht vollständig ausgleichen.
Autor: red

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