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Wacker unterliegt Preußen knapp im Abstiegskampf

Goldenes Tor entscheidet Geisterspiel

Montag, 13. April 2026, 10:00 Uhr
FSV Wacker Nordhausen - FSV Preußen Bad Langensalza 0:1 (0:0)

Im Vorfeld des Geisterspiels auf dem Kunstrasenplatz des Albert-Kuntz-Sportparks wurde viel über die sportlichen Auswirkungen dieser Maßnahme diskutiert. Im Nachgang ist zu konstatieren, dass die gespenstische Atmosphäre ohne Emotionen von außen eher den Gästen in die Karten spielte. Mit Erfolg …

Abstiegskampf um jeden Ball gestern auf dem Nordhäuser Kunstrasenplatz (Foto: FSVP) Abstiegskampf um jeden Ball gestern auf dem Nordhäuser Kunstrasenplatz (Foto: FSVP)


Einige Dutzend Wacker-Anhänger beobachteten das Geschehen von außerhalb des Stadions, es blieb aber alles ohne besondere Vorkommnisse. Beide Mannschaften wussten um die Bedeutung der Partie, nachdem am Vortag einige Vertreter der unteren Tabellenhälfte in ihren Spielen punkten konnten. Bei den Preußen rückten für die gesperrten Meißner und Schleip (bisher schon 13 Saisontore) Engel und Jordan in die Startelf, aufgrund weiterer Ausfälle von Fernschild, Weißenborn, Harnisch, Kvietok, Biniok und Seifert gelangten erstmals die A-Junioren Bosch und Schirrmeister in den Spieltagskader. Der Langensalzaer Max Dietrich hatte die Spezialaufgabe den Nordhäuser Spielmacher Felix Schwerdt aus dem Spiel zu nehmen, was ihm über neunzig Minuten hervorragend glückte. Der hessische Schiedsrichter Nasr blieb ohne Fehl und Tadel, einzig die beiden Assistenten lagen bei manchen Abseitssituationen daneben.

Vorsichtiges Abtasten prägte den Spielbeginn, keiner wollte einen Fehler machen. Immer wieder fanden die Gäste über ihre rechte Seite Lücken im Nordhäuser Abwehrverbund. Zwei Rösener-Eingaben wurden nur knapp in der Zentrale verpasst, auch wenn der Ersatzneuner Aliyev in vorderster Front sehr gut Bälle fest machte und seine Mitspieler einsetzte. Lukas Rösener setzte volley mit der ersten dicken Gelegenheit den Ball knapp neben den Pfosten, ehe Kevin Schlesier für Wacker gleich dreimal in zehn Minuten aussichtsreich die Führung verpasste. Seine Abschlüsse wurden von Preußenkeeper Julien Patzer stark pariert. Kurz vor der Halbzeitpause verpasste Paul Jordan knapp die Führung für die Gäste und Dietrich fand aus sieben Metern in Wackers Torhüter Lucas Treiber seinen Meister, der den Ball mit einer Glanztat aus der unteren Ecke fischte. Eine Preußen-Führung zur Halbzeit wäre nicht unverdient gewesen.

Die fiel dann nur eine Minute nach dem Anstoß zur zweiten Hälfte. Einen Schack-Freistoß klärte Treiber zum Einwurf, dieser landete bei Luiz-Miguel Schack und aus dem Rückraum donnerte der Mittelfeldmotor das Spielgerät (noch leicht abgefälscht) unhaltbar in die lange Ecke zur Preußen-Führung. Wacker antwortete mit seiner besten Phase. Nun drückten die Hausherrn mit mehr Risiko in der Vorwärtsbewegung die Preußen an den eigenen Strafraum zurück. Man verteidigte aber im Verbund sehr körperlich, als Lennard Emmermann zweimal allein vor Patzer auftauchte, konnte Preußen-Verteidiger Darius Linz beide Male durch Monstergrätschen den Einschlag verhindern und blockte die Abschlüsse. Viele Standards um den Sechzehnmeterraum verschafften Wacker weitere Möglichkeiten, immer wieder flogen die Bälle von Fabian Stix in die Box, doch die Dolzer, Johannes und Noak köpften alles aus den Strafraum oder Patzer angelte sich das Leder aus der Luft.

Gegen Ende der Partie befreite sich der FSV Preußen immer besser aus der Umklammerung und kreierte beste Chancen zum Ausbau der Führung. Dreimal in einer Situation kamen Schack und Dietrich nicht am überragend hechtenden Treiber vorbei, der eingewechselte Finn Harbauer scheiterte einmal um Zentimeter, ein weiteres Mal knallte er den Ball von Innenpfosten zu Innenpfosten und den herausspringenden Ball setzte Cuno-Justus Johannes aus drei Metern über den Kasten. Das wäre zehn Minuten vor Schluss die Entscheidung gewesen. So zitterten die Kurstädter bis zur 95. Minute, ehe sie den so wichtigen Auswärtsdreier feiern konnten. Zu seinem Debüt im neongelben Trikot der eigentlich Schwarz-Weißen kam nach 84 Minuten auch Leonard Bosch, der vor der Saison aus Nordhausen gewechselt war und als A-Junior einen tollen Einstand an alter Wirkungsstätte feierte.
Preußen-Trainer Thomas Wirth lobte im Nachgang die überragende Mentalität seiner Mannschaft, denn wie er sagte:„Jeder ließ sein Herz auf dem Platz!“.

Ausgelassene Freude auf der Preußen-Bank nach dem Auswärtssoieg (Foto: FSVP) Ausgelassene Freude auf der Preußen-Bank nach dem Auswärtssoieg (Foto: FSVP)


Während sich die ausgelassen feiernden Gäste nun auf das Freitagabend-Spiel gegen den 1. FC Eichsfeld freuen, werden die Abstiegssorgen an der Parkallee immer größer. Noch mag sich niemand so recht vorstellen, in der kommenden Saison nur noch Landesklassen-Fußball in der einstigen Nordthüringer Fußballhochburg zu erleben. Nächste Chance für den FSV Wacker 90 Punkte gegen den drohenden Abstieg zu sammeln besteht am kommenden Samstag, wenn es zu Spitzenreiter Schott Jena geht. Keine leichte Aufgabe.

Tor: 0:1 Schack (47.)

FSV Wacker 90: Treiber - Biai, Kräuter, Meinert, Vopel (72. Blanke), Ludwig, Schwerdt, Stix, Hanselmann (84. Riemekasten), Knopp, Schlesier (57. Emmermann)

FSV Preußen: Patzer, Engel (68. Johannes), Dolzer, Noak, Linz, Rösener, Pawlak, Dietrich, Jordan (84. Bosch), Schack, Aliyev (63. Harbauer)
Autor: red

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