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Großengottern

Walpurgiskirche wird nach Brand wieder eröffnet

Mittwoch, 10. Juni 2026, 08:54 Uhr
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Die Trostorgel und der Altarraum von St. Walpurgis in Großengottern nach der Sanierung. (Foto: Matthias Cyrus, Kirchenkreis Mühlhausen)
Nach mehr als zwei Jahren des Wartens, Planens und handwerklichen Feinschliffs ist es endlich so weit: Die traditionsreiche Walpurgiskirche in Großengottern öffnet diesen Sonntag wieder für die Öffentlichkeit...

Nach einem Schwelbrand am 31. Januar 2024 musste das Gotteshaus komplett geschlossen und einer umfassenden Sanierung unterzogen werden. Nun erstrahlt die Kirche in neuem Glanz. Die Kirchengemeinde lädt alle Medienvertreter, Gemeindemitglieder sowie interessierte Gäste von nah und fern herzlich dazu ein, diesen historischen Tag der Wiedereinweihung mit einem feierlichen und abwechslungsreichen Festprogramm gebührend zu begehen.

Das Festprogramm im Überblick
Das Einweihungsfest verbindet feierliche Liturgie, hochkarätige Kirchenmusik und ein buntes Beisammensein für die ganze Familie:
  • 14:00 Uhr: Festlicher Eröffnungsgottesdienst
Den Auftakt bildet ein feierlicher Gottesdienst in der sanierten Kirche. Neben Pfarrer Matthias Cyrus wird der Gottesdienst von zahlreichen engagierten Menschen aus der Gemeinde aktiv mitgestaltet. Auch musikalisch wird dieser Moment hochkarätig besetzt: Es musizieren der Kammerchor Mühlhausen, der Projektkinderchor aus Großengottern sowie Annette Nötzold (Querflöte) und Kirchenmusikdirektor (KMD) Oliver Stechbart an der Orgel.
  • Im Anschluss: Begegnung und Familienprogramm im Pfarrhof
Nach dem Gottesdienst verlagert sich das Fest in den Pfarrhof. Bei Kaffee, Kuchen und anregenden Gesprächen bietet der Nachmittag Raum für Gemeinschaft. Auch an die jüngsten Besucher ist gedacht: Eine Hüpfburg lädt zum Austoben ein und ein kleines Puppentheaterstück sorgt für strahlende Kinderaugen.
  • 17:00 Uhr: Musikalische Abschlussandacht mit historischem Höhepunkt
Zum krönenden Abschluss kehrt die Festgesellschaft in die Kirche zurück. Unter dem Motto „Musikalisches Feuerwerk mit Pauken und Trompeten“ erklingt eine besondere Andacht. Es musiziert das renommierte „Thüringer Trompetenensemble“ mit Steffen Naumann (Jena), Michael Heinrich (Weimar) und Torsten Müller (Mühlhausen), begleitet von KMD Oliver Stechbart an der Orgel. Ein ganz besonderer Moment wartet auf die Zuhörer, wenn der Weimarer Schlagzeuger Ingo Wernsdorf sein Können an den historischen Kesselpauken der Kirche präsentiert.


Die Sanierung: Handwerkskunst und neue Pracht
Hinter der Kirchengemeinde liegt eine intensive Zeit der Sanierung. Der Schwelbrand hatte im gesamten Innenraum seine Spuren hinterlassen. In aufwändiger Arbeit mussten sämtliche Oberflächen zunächst vom Ruß befreit und anschließend malerisch sowie künstlerisch-restauratorisch neu gefasst werden. Die wertvollen Buntglasfenster im Altarraum wurden für eine fachgerechte Reinigung und Restaurierung komplett ausgebaut.
Auch technisch und funktional hat sich viel getan: Die Pfeifen des Orgelwerks wurden gereinigt, während der historische Orgelprospekt nach einer aufwändigen Restaurierung ein völlig neues Gesicht erhalten hat. Zudem freut sich die Gemeinde über einen neuen Fußboden, eine moderne Beschallungsanlage sowie beheizbare Sitzkissen, welche die alte Bankheizung ablösen und künftig für zeitgemäßen Komfort sorgen.

Im Zuge der Generalsanierung wurden zudem sinnvolle Zusatzarbeiten durchgeführt: Die Fenster der Dachgaupen wurden erneuert sowie das Erdgeschoss und die Turmkapelle frisch verputzt und gestrichen.

Einige wenige Arbeiten dauern derweil noch an: Der Jakobusaltar und zwei Kruzifixe werden aktuell noch von der Restauratorin bearbeitet, da die Priorität zunächst auf dem Orgelprospekt lag. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt an ihren Stammplatz zurückkehren – die Kirche ist jedoch ab sofort wieder uneingeschränkt nutzbar.

Eine Sensation: Die Wiederentdeckung der historischen Kesselpauken
Für einen emotionalen und wahrhaft historischen Moment am Einweihungstag sorgt die Rückkehr der kircheneigenen Kesselpauken. Einst spielten sie eine tragende Rolle in der Musiktradition von St. Walpurgis, als ein sogenannter „Adjuvantenchor“ die Gottesdienste festlich mit Instrumentalbegleitung ausschmückte. Auch damals wurde hier sicherlich bereits zu festlichen Anlässen „mit Pauken und Trompeten“ musiziert. Nach vielen Jahrzehnten des Schweigens – vermutlich mangels Musikern – gerieten die Pauken in Vergessenheit, wurden von der Musikempore demontiert und lagerten schließlich unbemerkt im Depot der politischen Gemeinde.

Im Zuge der aktuellen Sanierungsarbeiten wurden die Instrumente nun wiederentdeckt und von einem Instrumentenrestaurator aufwändig restauriert. Sie sind wieder voll spielbar. In der musikalischen Abschlussandacht werden die Kesselpauken nach Jahrzehnten der Stille erstmals wieder offiziell eingeweiht und erklingen – ein Meilenstein für die Kirchengemeinde und ganz Großengottern.
Autor: red

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