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Kampf mit Schnee und Frost

Mittwoch, 22. Dezember 2010, 13:41 Uhr
Kannten Sie die stärksten Feinde der sozialistischen Planwirtschaft? Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das scheint sich unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht wesentlich verändert zu haben...


Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) könnte eine lange und schneereiche Frostperiode das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr verlangsamen und rund drei Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten. Das heftige Winterwetter hat auch für die Thüringer Wirtschaft negative Auswirkungen und führt zu deutlichen Umsatzeinbußen.

„Der Winter hat uns nun schon seit Wochen fest im Griff und sorgt auf den Straßen und der Schiene immer wieder für Behinderungen oder sogar Stillstand“, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Insbesondere bei Unternehmen die durch just-in-time Produktion auf pünktliche Lieferungen angewiesen seien, würden sich Verzögerungen sehr störend im Betriebsablauf bemerkbar machen.

„Doch nicht nur das Transportgewerbe und die Industrie sind von den widrigen Witterungsbedingungen betroffen, auch auf dem Bau dreht sich seit November kein Rad mehr“, so der IHK-Chef. Frost und Schnee kosteten der Branche einen Großteil ihres Umsatzes. „Während im Schnitt im vierten Quartal etwa 850 Millionen Euro erwirtschaftet werden, dürften es in diesem Jahr nur rund 500 Millionen sein“, schätzt Grusser ein. Schon im ersten Quartal 2010 hätte die Schlechtwetterperiode das Baugewerbe arg in Mitleidenschaft gezogen und den saisonalen Auftakt verzögert.

„Der aktuelle Konjunkturverlauf zeigt sich zwar immer noch recht robust, für die gerade wieder in Schwung gekommene Wirtschaft könnten die Wetterkapriolen aber durchaus einen Dämpfer zur Folge haben“, warnt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Autor: nnz

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