Mi, 15:45 Uhr
01.07.2015
Abendführung zu Kult und Magie der Bäume
Am Freitag, 3. Juli, um 19.00 Uhr findet am Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich die nächste Veranstaltung der neuen Reihe Mythos Baum statt.
Der Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume.
Schon immer hat der Wald durch seine Größe, Schönheit und Ruhe eine geradezu magische Faszination auf uns ausgeübt. Bereits im Kinderzimmer bekommen wir durch den großen Sagen- und Märchenschatz eine, wenn auch manchmal gruselige, Vorstellung von der Undurchdringlichkeit und Magie der alten Wälder. Schon Julius Cäsar beschreibt das Land der Germanen als ein wahres Waldland. Dem Wald und seinen Bäumen sind wir Deutsche aufs engste verbunden. Lebensbaum, Stammbaum, Mai- und Pfingstbäume – Bäume begleiten uns das ganze Leben. Alt wie ein Baum will jeder werden.
Es war gängiges Alltagswissen unserer Vorfahren einzelne Baumarten zu bestimmten Schutz- und Ritualhandlungen zu verwenden. Die Symbolik der Bäume half umfassend in allen Lebens- und Krisenzeiten. Allein der Holunder war gleich mehrfacher Helfer in der Not. Er galt als Hüter der Schätze und war der Ahnen- und Sippenbaum der Familien. Er war Baum der Frau Holle, der segensbringenden Fruchtbarkeitsgöttin, der Hüterin des Hauses und des
Herdes, einer Göttin die den Menschen wohl gesonnen war. So verstand es sich von selbst, den Holunderbusch auf seinem Anwesen stets zu hegen und zu pflegen.
Brauchte man Schutz anderer Art, z. B. gegen Seuchen, Hexen, Teufel, wilde Tiere, Schlangen, Drachen oder den Blick der bösen Nachbarin, so holte man sich meist dornige und stachlige Sträucher wie Wacholder, Weißdorn oder auch Eberesche.
Diese legte man in den Viehstall oder nagelte sie an die Haus- und Stalltür. Gegeben unter Linden damit war nicht der erste Kuss unter der Tanzlinde gemeint, sondern war die Schlussformel nach gehaltener Gerichtsverhandlung unter den Linden, dem Thing. Störte jemand den Thingfrieden, während der Zusammenkunft, so wurde man thingfest gemacht, also gefangen genommen. Aus dieser Zeit stammt das Wort jemanden dingfest machen. Die Linde ist der Baum der Begegnung, dort traf man sich, tanzte und lachte. Alte Linden sind gesellige Orte und während der Blütezeit wirkt der Baum wie eine einzige Umarmung von Bienen und Blüten.
Neu im Veranstaltungskalender 2015 des Baumkronenpfades sind vier Abendführungen mit Nationalparkführerin Marion Weiß. Seien Sie herzlich eingeladen und erfahren Sie viele abwechslungsreiche Geschichten rund um den Mythos Baum. Kulinarisch werden Sie mit einem Baumblüten-Aperitif und Kräutertrio begrüßt.
Weitere Veranstaltungstermine sind Freitag, der 25. September und Freitag, der 2. Oktober jeweils von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr. Treffpunkt ist das Nationalparkzentrum an der Thiemsburg.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 9,90 Euro und für Kinder 6,90 Euro. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten unter RE-KO GmbH, Telefon: 03603 86790, E-Mail: besucheranfrage@reko-uh.de.
Autor: redDer Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume.
Schon immer hat der Wald durch seine Größe, Schönheit und Ruhe eine geradezu magische Faszination auf uns ausgeübt. Bereits im Kinderzimmer bekommen wir durch den großen Sagen- und Märchenschatz eine, wenn auch manchmal gruselige, Vorstellung von der Undurchdringlichkeit und Magie der alten Wälder. Schon Julius Cäsar beschreibt das Land der Germanen als ein wahres Waldland. Dem Wald und seinen Bäumen sind wir Deutsche aufs engste verbunden. Lebensbaum, Stammbaum, Mai- und Pfingstbäume – Bäume begleiten uns das ganze Leben. Alt wie ein Baum will jeder werden.
Es war gängiges Alltagswissen unserer Vorfahren einzelne Baumarten zu bestimmten Schutz- und Ritualhandlungen zu verwenden. Die Symbolik der Bäume half umfassend in allen Lebens- und Krisenzeiten. Allein der Holunder war gleich mehrfacher Helfer in der Not. Er galt als Hüter der Schätze und war der Ahnen- und Sippenbaum der Familien. Er war Baum der Frau Holle, der segensbringenden Fruchtbarkeitsgöttin, der Hüterin des Hauses und des
Herdes, einer Göttin die den Menschen wohl gesonnen war. So verstand es sich von selbst, den Holunderbusch auf seinem Anwesen stets zu hegen und zu pflegen.
Brauchte man Schutz anderer Art, z. B. gegen Seuchen, Hexen, Teufel, wilde Tiere, Schlangen, Drachen oder den Blick der bösen Nachbarin, so holte man sich meist dornige und stachlige Sträucher wie Wacholder, Weißdorn oder auch Eberesche.
Diese legte man in den Viehstall oder nagelte sie an die Haus- und Stalltür. Gegeben unter Linden damit war nicht der erste Kuss unter der Tanzlinde gemeint, sondern war die Schlussformel nach gehaltener Gerichtsverhandlung unter den Linden, dem Thing. Störte jemand den Thingfrieden, während der Zusammenkunft, so wurde man thingfest gemacht, also gefangen genommen. Aus dieser Zeit stammt das Wort jemanden dingfest machen. Die Linde ist der Baum der Begegnung, dort traf man sich, tanzte und lachte. Alte Linden sind gesellige Orte und während der Blütezeit wirkt der Baum wie eine einzige Umarmung von Bienen und Blüten.
Neu im Veranstaltungskalender 2015 des Baumkronenpfades sind vier Abendführungen mit Nationalparkführerin Marion Weiß. Seien Sie herzlich eingeladen und erfahren Sie viele abwechslungsreiche Geschichten rund um den Mythos Baum. Kulinarisch werden Sie mit einem Baumblüten-Aperitif und Kräutertrio begrüßt.
Weitere Veranstaltungstermine sind Freitag, der 25. September und Freitag, der 2. Oktober jeweils von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr. Treffpunkt ist das Nationalparkzentrum an der Thiemsburg.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 9,90 Euro und für Kinder 6,90 Euro. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten unter RE-KO GmbH, Telefon: 03603 86790, E-Mail: besucheranfrage@reko-uh.de.
