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So, 14:38 Uhr
01.12.2019
Mieten in Ostdeutschland

Entspannung auf dem Land

Bei den Mieten in Ostdeutschland zeigt sich vielerorts ein Stadt-Land-Gefälle. In Großstädten, die mit Jobangeboten und Universitäten Neubürger anziehen, steigen die Mieten in ländlichen Regionen verharren sie hingegen oftmals auf niedrigerem Niveau...

In Leipzig kostet der Quadratmeter im Median mit 6,70 Euro aktuell 5 Prozent mehr als im Vorjahr. In Dresden steigt der Preis auf 7,50 Euro (+3 Prozent).

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse von immowelt.de. Dafür wurden die angebotenen Kaltmieten von Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern in 76 Stadt- und Landkreisen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin untersucht.

„Im Osten Deutschlands lassen sich zwei Trends erkennen: In den florierenden Großstädten wie Leipzig und Dresden gibt es viel Zuzug und somit steigen die Mieten weiter an“, sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO der Immowelt. „In ländlicheren Gebieten hingegen bleiben die Preise meist konstant oder sind sogar rückläufig, da die Bevölkerungszahlen stagnieren.“

Zwischen Wachstum und Rückgang

Nach der Deutschen Einheit hatten Städte im Osten mit einem Bevölkerungsschwund und in der Folge viel Leerstand zu kämpfen. Leipzig und Dresden haben hingegen bereits wieder die Bevölkerungszahlen der Wiedervereinigung erreicht und wachsen weiter. Daher zieht das Preisniveau dort auch merklich an. Ebenso in der Universitätsstadt Jena, wo die Mieten um 2 Prozent auf 9,00 Euro steigen. Ein moderates Wachstum von 1 Prozent zeigt sich auch in Erfurt (7,50 Euro). Ein ähnlich moderater Anstieg von bis zu 3 Prozent lag in insgesamt 30 Prozent der untersuchten Regionen vor.

Der Zuzug in die großen Städte Ostdeutschlands speist sich oftmals aus den ländlichen Regionen, wo in der Folge ein Überangebot an Wohnraum herrscht. Das sorgt vielerorts für ein gleichbleibendes Preisniveau: Stagnierende Mieten gibt es im Erzgebirgskreis (5,00 Euro), im Landkreis Prignitz (5,00 Euro) und im Vogtlandkreis (4,50 Euro).

Aber nicht nur ländliche Regionen sind von stagnierenden Mieten betroffen. In Halle an der Saale und Magdeburg blieb der Preis mit jeweils 6,00 Euro unverändert. Ein Rückgang ist in Rostock auf 6,30 Euro (-10 Prozent) und Cottbus auf 5,80 Euro (-3 Prozent) zu beobachten. Die dort angebotenen Wohnungen sind oftmals von älterer und unsanierter Bausubstanz hochpreisige Neubauprojekte findet man hingegen selten. Insgesamt sind in 40 Prozent der Stadt- oder Landkreise die Mieten im Vergleich zum Vorjahr rückläufig oder stabil.

Starker Anstieg im Berliner Speckgürtel

Der Berliner Wohnungsmarkt war zuletzt enormen Preissteigerungen ausgesetzt: zwischen 2017 und 2018 stiegen die Mieten um 10 Prozent. Aktuell bremst sich das Wachstum (+3 Prozent) auf 11,30 Euro merklich ein. Der Berliner Mietmarkt strahlt nun allerdings aufs Umland ab: Die brandenburgischen Landkreise Havelland weisen mit Anstiegen von 15 Prozent (8,50 Euro) und Barnim mit 9 Prozent (7,30 Euro) mit die höchsten Zuwachsraten der Untersuchung auf. Im Stadtgebiet Potsdam schnellten die Preise gar um 13 Prozent auf 10,50 Euro empor.
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