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Mi, 00:10 Uhr
08.01.2020
Sieben Infomärkte zur Netzanbindung Südharz:

50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach

Das Übertragungsnetz zwischen den Umpannwerken Lauchstädt, Wolkramshausen und Vieselbach steht vor einem Generationenwechsel. Das Unternehmen 50Hertz informierte gestern in Sondershausen die Medien, über die in Planung befindlichen Aufgaben und wie die Bevölkerung mitarbeiten kann...


Die bestehende 220-kV-Freileitung wird im Rahmen eines Ersatzneubaus durch eine leistungsfähige 380-kV-Freileitung abgelöst werden. Für den Abschnitt Süd zwischen den Umspannwerken Wolkramshausen und Vieselbach wird derzeit das Genehmigungsverfahren vorbereitet. Betroffen sind fünf Landkreise und die Stadt Erfurt, denn dort soll die künftige Trasse durchgehen.

Ziel der frühen Öffentlichkeitsarbeit, noch vor der Antragstellung ist es, über die Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren und planungsrelevante Hinweise möglichst frühzeitig einzubeziehen. Projektleiterin Katharina Scheibner:
„Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bietet allen Behörden und Anliegern die Möglichkeit, den Bestandskorridor mit uns zusammen zu überprüfen und mögliche Alternativen zu betrachten. Auf diese Weise können planungsrelevante Hinweise sehr früh in das formale Verfahren eingebracht werden.“


Projektsprecher Dr. Dirk Manthey von der 50Hertz Transmission GmbH

Diese Vorgehensweise unterstützte der Verwaltungsleiter des Landratsamtes Kyffhäuserkreis Dr. Heinz-Ulrich Thiele. Auch wenn die Landkreise nicht für die Planung zuständig sind (Bundesfachplanung), so wollen wir für die notwendige Transparenz sorgen. Deshalb gab es am 5.12.2019 eine Beratung mit 50Hertz und Kommunalvertretern und weiteren Organisationen. So soll gesichert werden, dass die Interessen der Kommunen genauso eingehalten werden, wie die des Naturschutzes, der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft.

Die gesicherte Versorgung der Region mit Strom stehe dabei im Vordergrund, Dr. Dirk Manthey und Dr. Heinz-Ulrich Thiele. Zwar wird der Strom hauptsächlich von Norden nach Süden fließen, aber dass kann sich bei bestimmten Bedingungen auch umkehren.


Im ersten Schritt sucht 50Hertz in der Bundesfachplanung einen geeigneten Trassenkorridor von 1.000 Metern Breite, der im Bereich der großen Ellipse liegen wird. An die Trasse werden besondere Anforderungen gestellt
- Wenig Hindernisse
- Leitung darf nicht über Häuser gehen
- Beachtung der Belange des Naturschutzes und mehr.

In diesen Planungskorridor soll dann die eigentliche Stromtrasse gelegt werden, die in etwa dann 60 Meter breit sein wird.
Ziel sei es, wenn möglich, der bisher bestehenden Stromtrasse (aus dem Jahre 1965) zu folgen. Wegen der Wahrung der Versorgungssicherheit der Region, soll voraussichtlich die neue Trasse neben der bisherigen Trasse gebaut werden, wo bei auch höhere Strommasten zum Einsatz kommen sollen. Erst danach soll die alte Stromtrasse zurückgebaut werden.

Erst die alte Stromtrasse abbauen und dann die neue Trassen darauf setzen, ist allerdings keine Option, wie auf Nachfrage zu erfahren war. Bei so einer Verfahrensweise würde das Umspannwerk Wolkramshausen nur aus einer Stromtrasse versorgt werden. Wenn es dort eine Störung gäbe, wäre die Stromversorgung in der Region nicht gewährleistet.


Dazu informiert 50Hertz vom 20.-25. Januar 2020 in der Region auf sieben Infomärkten interessierte Bürgerinnen und Bürger und bittet um Hinweise zu verschiedenen Planungsvarianten.

50Hertz veranstaltet die Infomärkte entlang des Verlaufs der Bestandstrasse zwischen Wolkramshausen (bei Nordhausen) und Vieselbach (bei Erfurt). Die bestehende Freileitung ist rund 65 Kilometer lang. Vom Umspannwerk Wolkramshausen geht es in südlicher Richtung über Ebeleben und Herbsleben nach Dachwig. Dort macht die Leitung einen Bogen nach Osten über Walschleben und Schwerborn zum Umspannwerk Vieselbach bei Erfurt. Neben dem Korridor der Bestandsleitung stehen aber auch weitere klein- und großräumige Alternativen zur Diskussion.

Darum wird es auch zwei Infomärkte in Greußen und Sömmerda geben.


Das sind die Termine der Infomärkte:
Am Montag, 20. Januar 2020:
- von 15 bis 18 Uhr in der Gaststätte Schäler’s Schänke, Am Plan 1 in 99189 Walschleben

Am Dienstag, 21. Januar 2020:
- von 15 bis 18 Uhr in der Gaststätte Zur Guten Quelle, Kastanienstr. 27 in 99095 Erfurt OT Schwerborn

Am Mittwoch, 22. Januar 2020:
- von 15 bis 18 Uhr Gemeindesaal im Rathaus, Hauptstraße 52 in 99955 Herbsleben

Am Donnerstag, 23. Januar 2020:
- von 15 bis 18 Uhr im Gasthaus Thüringer Hof, Wilhelm-Klemm-Str. 35 in 99713 Ebeleben Am

Freitag, 24. Januar 2020:
- von 15 bis 18 Uhr im Volkshaus Sömmerda, Weißenseer Str. 33/35 in 99610 Sömmerda

Am Samstag, 25. Januar 2020:
- von 10 bis 13 Uhr in der Alten Schäferei, Sondershäuser Str. in 99735 Wolkramshausen
- von 16 bis 19 Uhr in der Marktschänke Goldener Löwe, Markt 36 in 99718 Greußen

Und so funktionieren die Infomärkte von 50Hertz:

Für die jeweils drei Stunden baut 50Hertz verschiedene Infostände auf, die mit Experten zu den Themen Technik, Umwelt, Genehmigungsverfahren besetzt sind. Alle Besucher können ihnen direkt ihre Fragen stellen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass niemand etwas verpasst. Die Interessierten müssen also nicht unbedingt direkt zum Starttermin anwesend sein.

Wer nach Dienstschluss erst später zustößt, kann trotzdem alle gewünschten Informationen erhalten.
Weitere Möglichkeiten, sich über das Vorhaben zu informieren, sind die Projektwebseite von 50Hertz (www.50hertz.com/vorhaben44), auf der laufend neue Materialien bereitstehen, ein Newsletter, der regelmäßig über den neuen Projektstand berichtet, und ein Bürgertelefon, über das ein direkter Austausch zum Projekt und mit dem Projektteam stattfinden kann. Das Bürgertelefon ist kostenfrei und montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr besetzt. Die Nummer lautet: 0800-58952472.

Das Vorhaben: Netzanbindung Südharz (BBPlG Nr. 44)

50Hertz plant eine Verstärkung der bestehenden Freileitung mit den Netzverknüpfungspunkten Lauchstädt, Schraplau/Obhausen (Raum Querfurt in Sachsen-Anhalt), Wolkramshausen (Thüringen) und Vieselbach (Thüringen). Der Bedarf für eine höhere Übertragungsleistung wurde im Bundesbedarfsplangesetz von 2015 als Vorhaben Nr. 44 verankert. Bei dem Vorhaben wird die bestehende 220-kV-Freileitung durch eine 380-kV-Freileitung ersetzt. Als länderüberschreitendes Netzausbauvorhaben ist die Bundesnetzagentur die zuständige Genehmigungsbehörde.


Die Planung der Freileitung erfolgt in mehreren Teilabschnitten: Abschnitt Nordost (Lauchstädt – Schraplau/Obhausen), Abschnitt Nord (Schraplau/Obhausen – Wolkramshausen) und Abschnitt Süd (Wolkramshausen – Vieselbach). Für den Abschnitt Süd wird derzeit die Bundesfachplanung vorbereitet.

Einige interessante Folien zur ersten Ermittlung des Trassenverlaufs finden Sie in der Bildergalerie.

Vorgesehener Zeitrahmen für die Bundesfachplanung

Abschnitt Süd: Wolkramshausen – Vieselbach
–4. Quartal 2019: Kreiskonferenzen
–Januar 2020: Infomärkte und Pressearbeit (20.-25.01.2020)
–Februar 2020: Einreichung des § 6-Antrags
–März 2020: Antragskonferenz
–Mai 2020: Festlegung des Untersuchungsrahmens
–Juli 2021: Einreichung der vollständigen Unterlagen nach § 8 NABEG

Obengenannter Termin ist von besonderer Bedeutung. Bis zu diesem Termin müssen Einwände gegen die Trassenführung vorliegen.

–Mai 2022: Entscheidung gemäß § 12 NABEG

Über den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz

–Rückgrat einer sicheren Stromversorgung für rund 18 Millionen Menschen in Deutschland

–Systemverantwortlich für Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

–Verantwortlich für Betrieb, Instandhaltung und Ausbau der „Stromautobahnen“ (220 kV und 380 kV)

50Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands und baut es für die Energiewende bedarfsgerecht aus. Unser Höchstspannungsnetz hat eine Stromkreislänge von etwa 10.200 Kilometern – das ist die Entfernung von Berlin nach Rio de Janeiro.

Das 50Hertz-Netzgebiet umfasst die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. In die-sen Regionen sichert 50Hertz mit über 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund um die Uhr die Stromversorgung von 18 Millionen Menschen. 50Hertz ist führend bei der sicheren Integration Erneuerbarer Energien: In unserem Netzgebiet stammt schon über die Hälfte des verbrauchten Stroms aus regenerativer Erzeugung – Tendenz steigend.

Anteilseigner von 50Hertz sind der belgische Übertragungsnetzbetreiber Elia (80 Prozent) und die KfW Ban-kengruppe mit 20 Prozent. Als europäischer Übertragungsnetzbetreiber ist 50Hertz Teil der Elia Group und Mitglied im europäischen Verband ENTSO-E.
Mehr Informationen: 50hertz.com/vorhaben44
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
50Hertz erneuert Übertragungsnetz zwischen Wolkramshausen und Vieselbach (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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