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Sa, 09:30 Uhr
23.05.2020
elf Risikogebiete in Thüringen

Zeckengefahr breitet sich aus

Ein Feiertag und für viele ein langes Wochenende stehen bevor. Die Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen, Birgit Dziuk, macht in diesem Zusammenhang auf die Gefahr von Zeckenbissen aufmerksam...

„Wer die freien Tage für Gartenarbeit oder Waldspaziergänge nutzt, kann sich am besten durch an den Bündchen abschließende Kleidung, Socken und geschlossene Schuhe schützen“, so die BARMER-Landeschefin. Zugleich weist sie darauf hin, dass Zecken mittlerweile nicht mehr nur in Wäldern und hohen Gräsern vorkommen, sondern auch in Kleingärten und Parkanlagen.

Zecken ohne Drehen und Quetschen gerade herausziehen
Nach einem Tag im Freien wird dringend empfohlen, den Körper abzusuchen, besonders an Achseln, Ellen- und Leistenbeugen sowie am Hals. Eltern sollten dies zudem bei ihren Kindern machen, auch Hundebesitzer sollten sich nach dem Gassi gehen gründlich absuchen. Grund zur Panik bei einem Zeckenstich besteht dennoch nicht „Zum einen trägt bei weitem nicht jede Zecke Borrelien in sich.

Zum anderen muss die Zecke eine Zeitlang saugen, bevor der Erreger übertragen wird. Das Risiko dafür steigt nach zwölf Stunden“, sagt Birgit Dziuk. Dennoch sollten Zecken möglichst umgehend mit einem geeigneten, eng an der Haut angelegten Hilfsmittel gerade und ohne Drehbewegung herausgezogen werden. „Während die Zecke entfernt wird, sollte man den Leib nicht quetschen, da sonst Erreger in die Wunde gepresst werden können“, rät die BARMER-Landesgeschäftsführerin.

Elf Risikogebiete in Thüringen
Thüringen hat seit diesem Jahr ein neues Risikogebiet für die von Zecken übertragene Hirnentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), gegen die es, im Gegensatz zur Borreliose, auch einen Impfstoff gibt. Neben den Landkreisen Greiz, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg, Ilm-Kreis, Saale-Holzland, Saale-Orla, Suhl, Jena und Gera ist auch der Kreis Schmalkalden-Meiningen vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft worden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Bewohnern von FSME-Risikogebieten und Personen, die in ein solches reisen und dort mit Zecken in Kontakt kommen könnten, sich gegen FSME impfen zu lassen. „Viele Menschen kennen den eigenen Impstatus gar nicht“, weiß BARMER-Landesgeschäftsführerin Birgit Dziuk zu berichten. Abhilfe kann hier nicht nur der Impfpass schaffen, sondern neben Arztgesprächen auch ein digitaler Impfplaner wie ihn mittlerweile zumindest einige Kassen anbieten.

Borreliose kann zu chronischen Entzündungen führen
Wer von einer Zecke gebissen wird, sollte zunächst die Eintrittsstelle genau beobachten. Bei einer Infektion mit Borrelien zeigt sich nach zwei Wochen häufig eine wachsende Hautrötung ohne Beschwerden. Diese Wanderröte verschwindet oft von allein, doch die Borreliose bleibt. Spürbare Symptome treten mitunter erst nach Monaten auf und ähneln einer Grippe. „Wenn sich nach einem Zeckenstich die Wanderröte bildet oder später Grippesymptome einstellen, sollte man dringend zum Arzt gehen und über den Zeckenstich informieren. Bleibt eine Borreliose unbehandelt, drohen chronische Entzündungen von Gelenken, Rückenmark und Gehirn“, so Birgit Dziuk.

Eine Übersicht des Robert-Koch-Institut zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland gibt es hier .
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