nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung
Di, 10:41 Uhr
30.06.2020
DIW Konjunkturbarometer Juni:

Lockdown-Tief durchschritten

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten...

Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen. Dementsprechend dürfte das hiesige Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr um rund zwölf Prozent und damit in bisher ungekanntem Ausmaß eingebrochen sein. Hintergrund für das abermalige Absacken des Barometerwertes sind zunehmend verfügbare Daten für das zweite Quartal, in das die meisten coronabedingten Einschränkungen fielen. So liegen mittlerweile Produktionszahlen der deutschen Industrie für April vor.

„Die gute Nachricht bei alldem ist, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen haben dürfte es geht wieder aufwärts“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Die Lockerungen der Einschränkungen zeigen mittlerweile Wirkung: Der Konsum belebt sich allmählich, die Produktion in der Industrie läuft wieder an, wenngleich die Störungen in den Lieferketten wohl noch nachwirken und insbesondere die zu befürchtende Absatzflaute gegen kräftigere Produktionssteigerungen spricht. Viele Dienstleister kehren zu einem etwas normaleren Geschäftsbetrieb zurück, wobei vorsichtigeres Konsumverhalten, anhaltende Einschränkungen zum Infektionsschutz und vor allem eine mit Blick auf die Einkommensentwicklung gedämpfte Ausgabefreude eine stärkere Belebung verhindern.

„In Deutschland dürfte das beherzte Krisenmanagement der Regierung das Schlimmste verhindern“, sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. „Der Bremsklotz wird wohl in den kommenden Monaten der Außenhandel sein, denn in vielen Ländern sind die Auswirkungen der Krise insbesondere auf den Arbeitsmärkten gravierender als in Deutschland. Das wird die Nachfrage nach deutschen Autos und Maschinen noch für geraume Zeit belasten.“
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

digital
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.