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Fr, 07:16 Uhr
11.09.2020
160 Beschäftigte von Schließung bedroht

Über 300 bei Kundgebung in Mühlhausen

Mit beeindruckendem Autokorso und anschließender Abschlusskundgebung auf dem Obermarkt in Mühlhausen folgten die Beschäftigten bei Continental/Vitesco, Politikerinnen und Politiker, Kolleginnen und Kollegen aus umliegenden Betrieben und befreundete Gewerkschaften gestern dem Protestaufruf der IG Metall...

Protest in Mühlhausen (Foto: IG Metall) Protest in Mühlhausen (Foto: IG Metall)
„Es geht nicht nur um 160 Beschäftigte bei einem Automobilzulieferer. Es geht um Kindergärten, Schwimmbäder, Schulen, Infrastruktur. Es geht um die Zukunft für eine ganze Region!“, betonte Bernd Spitzbarth, erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, in seiner Rede an die Teilnehmenden.

Auch Sandro Witt, stellvertretender Bezirksvorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, unterstützte noch einmal das Anliegen des Bürgermeisters von Mühlhausen: Heute bauen wir Schwimmbäder und morgen wissen wir nicht mehr, wie wir das Wasser bezahlen sollen. Der Gewerkschafter fordert die Konzerne auf: „Entziehen Sie sich nicht Ihrer Verantwortung! Es fallen sonst auch Steuereinnahmen weg, die für soziale Belange dringend benötigt werden.“

Alle Rednerinnen und Redner, die an diesem Nachmittag die Bühne auf dem Obermarkt betraten, stehen geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall und der Beschäftigten. Getragen wird der Protest durch den breiten Gedanken der Solidarität. Umliegende Betriebe und Kolleginnen und Kollegen aus westdeutschen Continental Standorten waren ebenfalls vertreten und machten deutlich: Zwischen Ost und West gibt es keine Spaltung gemeinsam schaffen wir mehr!

Oliver Walther, Betriebsratsmitglied im Mühlhäuser Continental Werk rief der Kundgebung entgegen: „Es ist ein starkes Gefühl, so viele Menschen hier zu sehen. Die Politik des Konzerns ist deutlich verfehlt. Der Standort hat über die ganzen Jahre rentabel gearbeitet. Wir fordern die Konzernleitung auf, den Verlagerungsbeschluss zurückzunehmen und weiterhin das Potential hier in Mühlhausen durch Investitionen in den Standort und in die Beschäftigten auszubauen.“

„Danke an die Belegschaft. Wir stehen gemeinsam im Kampf. Zusammen haben wir uns gegen den Beschluss der Standortschließung Mühlhausens ausgesprochen,“ sagte Karl Heinz Wicke, Betriebsratsvorsitzender in Bebra abschließend.
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