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So, 13:45 Uhr
11.10.2020
DIW-Wärmemonitor

Deutsche heizen weniger, CO2-Emissionen sinken kaum

Im vergangenen Jahr haben – erstmals seit 2015 – Mieterinnen und Mieter in Deutschland etwas weniger geheizt (minus 3,2 Prozent). Das Niveau liegt niedriger als gehofft und auch der CO2-Ausstoß ist kaum gesunken, so dass Ergebnis des DIW-Wärmemonitors...

Mit jährlich durchschnittlich 130 kWh pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche liegt der Heizenergiebedarf in Mehrparteienhäusern nun aber lediglich wieder auf dem Niveau von 2010. Auch die CO2-Emissionen sind bei weitem nicht so stark gesunken, wie sie müssten, um die Klimaziele 2030 zu erreichen: temperaturbereinigt nur um 2,6 Prozent seit dem Jahr 2010. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des diesjährigen Wärmemonitors, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Energiedienstleisters ista Deutschland GmbH berechnet. Sie basieren auf den Heizkostenabrechnungen von 300.000 Mehrparteienhäusern in Deutschland und erfolgen klima- und witterungsbereinigt.

Da die Energiepreise für Heizöl und Erdgas im vergangenen Jahr durchschnittlich um 5,6 Prozent gestiegen sind, haben die Mieterinnen und Mieter bei sinkendem Bedarf 2,4 Prozent mehr für Raumwärme ausgegeben. Die regionalen Unterschiede beim Heizenergiebedarf, aber auch bei den Preisen sind sehr groß. In den westdeutschen Haushalten wird pro Quadratmeter sieben Prozent mehr geheizt als in den ostdeutschen. Am höchsten war der Heizenergiebedarf 2019 in den Regionen Schleswig-Holstein Südwest und Ostfriesland, am niedrigsten im mittleren Mecklenburg/Rostock sowie im Allgäu. Heizenergie kostete am meisten im Saarland, am wenigsten in Hamburg.
DIW Berlin

DIW-Wärmemonitor 2020 (Foto: DIW-Berlin) DIW-Wärmemonitor 2020 (Foto: DIW-Berlin)


CO2-Emissionen gehen vor allem aufgrund wärmerer Winter zurück
Der Studie zufolge hat es zwar insgesamt einen deutlichen CO2-Emissionsrückgang von 20,7 Prozent im Wohngebäudesektor seit dem Jahr 2010 gegeben. Doch ist dieser zum größten Teil den wärmeren Wintern zu verdanken. Temperatur- und witterungsbereinigt sind die CO2-Emissionen in den vergangenen zehn Jahren lediglich um 2,6 Prozent zurückgegangen.

„Schauen wir allein auf den absoluten Rückgang der CO2-Emissionen, trügt der Schein. Der Rückgang von rund 21 Prozent, mit dem die Klimaziele schon nicht erreichbar wären, ist kaum den Anstrengungen bei mehr Gebäudeeffizienz geschuldet. Es gibt also keinen Grund, die Anstrengungen zur Emissionsreduzierung zurückzufahren“, fasst DIW-Ökonom Jan Stede die Ergebnisse zusammen.

„Die nüchterne Bilanz von zehn Jahren Gebäudesanierung zeigt: Energetische Sanierung führt nicht automatisch zu weniger CO2. Klimapolitische Maßnahmen müssen die richtigen Anreize für alle Beteiligten setzen: bei Vermietern für Investitionen, bei Mieterhaushalten für sparsamen Verbrauch“, kommentiert Thomas Zinnöcker, CEO des Energie- und Immobiliendienstleisters ista, die Ergebnisse der Studie. „Mehr Ergebnisorientierung, unbürokratische Umsetzung und begleitende Maßnahmen für Verbraucherinnen und Verbraucher machen den Klimaschutz im Gebäude effektiver.“

Soziale Belastungen durch Klimaprämie abfedern
Die Investitionstätigkeit zur energetischen Sanierung des Wohngebäudebestands ist noch immer auf einem zu niedrigen Niveau, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Geplant war eine Steigerung der Sanierungsrate auf zwei Prozent jährlich. Zuletzt war es aber nur ein Prozent. Machte die energetische Sanierung im Jahr 2010 noch ein Drittel der Gesamtmaßnahmen im Gebäudebestand aus, war es 2019 nur noch ein Viertel.

Die StudienautorInnen des DIW fordern daher stärkere Anreize für energieeffiziente Gebäudesanierungen. „Die höhere Förderrate für energetische Sanierung und die geplante CO2-Bepreisung ab dem kommenden Jahr könnten zusätzliche Anreize schaffen, in diesem Bereich wieder mehr zu investieren“, hofft Studienautorin Franziska Schütze. Bei der CO2-Bepreisung sei aber darauf zu achten, dass soziale Auswirkungen abgefedert werden. Mieterinnen und Mieter, vor allem jene mit geringen Einkommen, werden durch höhere Energiepreise überproportional belastet und haben kaum Einfluss auf die Energieeffizienz und den Energieträger des Gebäudes. „Eine Rückerstattung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in Form einer Klimaprämie würde niedrige und mittlere Einkommen entlasten und gleichzeitig die Anreizwirkung von höheren CO2-Preisen beibehalten“, schlägt Jan Stede vor.
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Kommentare

11.10.2020, 16.53 Uhr
Paulinchen | Mein Freund....
... der Baum ist tot....

Wieviel Studien benötigen die Experten noch, bis der Patient Wald, die notwendige Hilfe erhält?

2   |  0     Login für Vote
11.10.2020, 17.01 Uhr
Der Sandmann | Co2 heisst Leben,
Wir sprechen hier von der grössten Ideologie Vrralberung der Menschheit.
Klima schwankungen gibt es seit bestehen der Erde.
Eiszeiten kamen und gingen, auch ohne den Menschen.
Was hier läuft ist nur noch ein Witz, Geldpress Ideologie nenne ich das. Und was macht der dumme und indoktrinierte Deutsche? Fleissig bezahlen.
Er lässt sich von vorn bis hinten veralbern und glaubt jedes Märchen.
Deutschland wird nicht nur von dummen Regiert sondern in breiter Masse Bewohnt.
Das trifft nicht nur auf diesen Klima Wahn.
Es wird wenig geheizt? warum wohl.
Das wohnen ist teuer genug irgendwo muss man sparen. Häuser werden tot gedämmt ohne Sinn und Verstand und was ist der Nutzen daraus? es gibt keinen weil dieser Wahnsinn absolut schwachsinnig ist.
Nun ein weiterer Schlag ins Gesicht des hart arbeitenden Deutschen, Benzin Heizöl alles wird teurer um was noch mal damit zu bezwecken? Um das Klima zu retten? LAUTES LACHEN!
Nur um euch die Kohle aus den Taschen zu ziehen.
Damit unsere Politiker und ideologiesten gut und gern hier leben können.
Wacht endlich auf aus eurem märchenschlaf.
Hier wird niemand das Klima retten! hier kann sich nur bald jeder selber retten.

18   |  3     Login für Vote
11.10.2020, 18.04 Uhr
Kama99 | Was hilft ...
weniger heizen? Nichts, die Preise steigen weiter. Ich verbrauche jedes Jahr weniger Gas und Strom und bezahle aber jedes mal mal mehr. Hier wird doch nur noch abgezockt um andere Löcher zu stopfen. Beispiele: Diäten, Pensionen, Migration, ..... . Also alles Kosten von welchen die kein eigenes Geld in gewisse Töpfe einzahlen.

13   |  2     Login für Vote
11.10.2020, 18.06 Uhr
Paulinchen | Kleine Ergänzung
Wir Deutschen reisen bekanntlich gern. Ich würde lügen,wenn ich mich davon ausschließe. Bei der Reiseplanung im vergangenen Jahr, habe ich mit dem Gardasee und der Umgebung intensiv beschäftigt.

Dabei musste ich erfahren, daß es bis zur Entstehung dieses Paradieses nur zwei Eiszeiten brauchte. Damit wäre ich bei dem @Sandmann angekommen. Feststellen möchte ich hier unbedingt, dass es noch sehr viel andere Beispiele geben wird, welche eine ähnliche Geschichte haben. Nur glauben wir rebellischen Lebewesen dieser Erde wirklich, dass wir Zeugen aller Entwicklungsereignisse sein können?

Wir sind nur kurzzeitige Mieter und benehmen uns wie Vandalen. Vielleicht zerstören wir unsere Natur hauptsächlich mit den vielen Kriegsschauplätzen und dem Raubbau auf dem Planeten, wo wir wie gesagt, nur Gäste sind. Platz ist fast für alle da, wir sollten besser dafür sorgen, dass jeder ausreichend zu Essen hat. Das dies weise Worte sind, dessen bin ich mir bewusst. Aber gibt es derzeit ein Land, in dem eine Politik gemacht wird, mit der man auch nur ein Beispiel von mir erfüllt?

Allen Lesern und der Redaktion der nnz-online, eine schöne Woche.

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11.10.2020, 18.28 Uhr
N. Baxter | Erderwärmung
ja, natürlich freue ich mich aus Sicht der Heizkostenabrechnung auch über milde Winter, insofern müsste man der Erderwärmung vielleicht auch etwas positives abgewinnen, im übrigen auch Corona denn seit dem spare ich bedingt durch Homeoffice jede Menge Pendlerkilometer.
Aber, wie bereits schon der Sandmann die Kinder lehrt: Ohne Bäume kein Leben und immer mehr Menschen und sei es nur deren Atmung, bei immer weniger Bäumen, geht sich nicht aus. Die Politik, für mich eh nur der größte Nepp: Zeige mir einer ein wirkliches Aufforstungsprojekt hier im Landkreis! In meiner Gemeinde wurden vor Jahren min 50-80 Alleebäume ohne Ersatz gefällt! Wenn hier wirklich einer was bewegen will, dann her mit den Setzlingen - an jeden Feldweg lassen sich ohne Probleme 100-1000 neue Bäume pflanzen. Bringe sie mir einer, und ich organisiere alles weitere. Aber der Rest, genau wie das sinnlose Palaber, bringt nix:

Den Baum den ich heute pflanze, spendet mir morgen Schatten oder eben weniger CO2...!

7   |  2     Login für Vote
11.10.2020, 21.41 Uhr
ossi1968 | BenzinDiesel/Heizöl ab 1.Januar 7-8cent teurer
Na liebe Leute, ats schon werauf dem Schirmß Kraftstoffe und Heizöl werden ab 1.Januar um 7-8ceeent teure wegen der beschlossenen CO2 Steuer. Und dazu kommt noch die "alte" Mehrwertsteuer von 19%. Soll ja dem Klima helfen, ich glaubs eher nicht. Die wollen uns nur das Geld aus der Tasche ziehen ohne Gegenwert...
Achso, sind ja bald Wahlen. Gibt mir sehr zu denken!
Guten Abend.

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14.10.2020, 07.03 Uhr
Erpel1311 | @N. Baxter
Sie wollen also Bäume Pflanzen? Dann am 30.10 auf in den Alten Stolberg, dort findet eine Baumpflanz Aktion statt. Einfach mal mitmachen

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14.10.2020, 09.22 Uhr
N. Baxter | danke für die Info
haben Sie etwas mehr Details für mich, wann und vor allem wer ist der Initiator u/o Sponsor ? Ist es zufällig der Staat der mit meinem CO2 Abgaben hier einen Ausgleich schafft?

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14.10.2020, 12.05 Uhr
könig_gerhard | Bäume pflanzen gegen CO2 -
"aber nicht mit diesem Staat"?

Eben wollte ein Kommentator noch 1000 Bäume zu pflanzen im Alleingang organisieren, kaum wird ihm das Mitmachen bei einer genau solchen Aktion angeboten, werden Gründe gesucht, warum man doch nicht mitmachen kann - weil die Bäume "vom Staat" kommen könnten...
Das ist mir die richtige Einstellung, sowas liebe ich ja.

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14.10.2020, 15.02 Uhr
N. Baxter
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