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Fr, 10:04 Uhr
30.10.2020
Thüringer Philologenverband

Schulen offen halten? Ja. Ohne Gesundheitsschutz? Nein!

Mit Unverständnis nehmen die Thüringer Philologen zur Kenntnis, dass das Bildungsministerium gestern die Marschroute ausgegeben hat, für den Schulunterricht nach den Herbstferien die Ampel – unabhängig vom allgemeinen Infektionsgeschehen in der Region – weiter auf Grün zu lassen, das heißt: ohne AHA-Regeln...


„Lehrer und Schüler werden in der Schule Gefahren ausgesetzt, die andernorts mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden!“, so Heike Schimke, die Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes.

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Dass sich in Kreisen mit hoher Inzidenzzahl Lehrer und Schüler, die Risikogruppen angehören, auf Antrag vom Präsenzunterricht befreien lassen können, reicht nach Auffassung der Philologen als Gesundheitsschutz für Lehrer und Schüler nicht aus. Heike Schimke: „Mit Lüften allein ist es auch nicht getan. Da es die Schulträger versäumt haben, durch den Einbau von Lüftungsanlagen Infektionen vorzubeugen, sollten nun wenigstens Plexiglaswände bereitgestellt werden. Im Einzelhandel war dies schließlich auch problemlos möglich.“

Heike Schimke weiter: „Wir erwarten, dass sich das Ministerium an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts orientiert. Bei einem Inzidenzwert über 50 müssen an den Schulen, wenn es keine wirksamen Schutzmaßnahmen gibt, wieder die AHA-Regeln eingehalten werden. Das heißt, dass dann die Klassen wieder geteilt werden müssen!“ Dabei gilt es zu beachten, dass jüngere Schüler so viel Präsenzunterricht wie möglich erhalten. Ältere Schüler können den Distanzunterricht effektiver nutzen.

Lehrer und Schüler erwarten von der Politik nicht nur die Einhaltung der geltenden Regeln, sondern auch, dass man sich nicht aus der Verantwortung stiehlt. Heike Schimke: „Gesundheitsschutz ist die Aufgabe des Arbeitgebers! Dass Lehrer sich jetzt einmal in der Woche testen lassen können, ist doch kein wirksamer Infektionsschutz!“
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Kommentare

30.10.2020, 13.50 Uhr
Lotterfee | Unverständnis
Ich bin selbst Großmutter und habe während des ersten Lockdown meine 2 Enkel wochenlang betreut , mit einem Riesenpacket an Schulaufgaben, die es jeden Tag zu bewältigen gab. Was das für Eltern ,zusätzlich zur Arbeit bedeutet ,kann ich mir im wahrsten Sinne des Wortes vorstellen . Jetzt haben wir die gleiche Situation wie im Frühjahr mit dem Unterschied Schulen und Kitas bleiben offen, aber um jeden Preis? Wer von den Eltern kann mit Sicherheit sagen, das er nicht schon das Virus in sich trägt, wo doch der Großteil ohne Symptome bleibt. Und wer kann mit Sicherheit sagen ob nicht doch ein Kind das andere ansteckt oder die Lehrkraft? Ohne Lehrkräfte kann kein Unterricht stattfinden. Ob diese Strategie offene Schulen und Kitas wirklich aufgeht,wird in den nächsten Wochen zeigen.

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