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06.06.2021
Umfrage zum Weltfahrradtag in den Bundesländern

Thüringens Frauen sind keine Fahrrad-Fans

Thüringens Frauen sind keine Fahrrad-Fans, und auch bei E-Bikes sehr skeptisch. Das ergab eine interessante Analyse der HUK-Coburg zur Fahrrad-Affinität der Deutschen in einer Umfrage zum Weltfahrradtag...

Die Analyse-Ergebnisse für Thüringen im Einzelnen:
Die Thüringer sind keine großen Fahrrad-Liebhaber und erklären unterdurchschnittlich häufig, dass für sie Fahrräder als Fortbewegungsmittel die eigenen Auswahlkriterien in Summe am besten erfüllen. Für 26% der Thüringer trifft das zu. Im Deutschlandschnitt sind es 29%. Zum Vergleich: In Bremen als Bundesland mit den meisten Fahrrad-Fans sind es 45%. Am anderen Ende der Skala sind es im Saarland sogar nur 19%.

Etwas höher ist in Thüringen zumindest bei den Männern die Fahrrad-Affinität. Unter diesen liegt der Anteil derjenigen, für die Fahrräder als Fortbewegungsmittel die eigenen Auswahlkriterien in Summe am besten erfüllen, bei 29%. Unter den Frauen sind es 23%.

Bezüglich E-Bikes sind die Thüringer ebenfalls eher zurückhaltend. Nur 5% von ihnen erklären, dass E-Bikes als Fortbewegungsmittel die eigenen Auswahlkriterien in Summe am besten erfüllen. Im Bundessschnitt sind es 7%. Diesem Bundesschnitt entspricht zumindest die E-Bike-Affinität der Thüringischen Männer mit 7%, unter den Frauen liegt der Wert bei 3%.

An der relativ geringen Fahrrad-Vorliebe der Thüringer dürften sich auch in Zukunft nicht viel ändern. Darauf deutet die Antwort hin auf die Frage, welche als Fortbewegungsmittel die eigenen Auswahlkriterien auch in Zukunft (ungefähr beim Blick in die nächsten 5 Jahre) in Summe am besten erfüllen wird. Hier nennen 22% der Thüringer das Fahrrad und liegen damit an drittletzter Stelle. Geringer ist der Anteil der Nennungen nur - mit jeweils 17% - in Hessen und im Saarland. Der Deutschland-Schnitt liegt bei 26%. Zum Vergleich: Am höchsten ist der Anteil der Nennungen in Bremen mit 39%.

Auch bezüglich der künftigen Nutzung des E-Bikes ist in Thüringen vergleichsweise wenig zu erwarten. Nur 8% der Thüringer erwarten, dass das E-Bike als Fortbewegungsmittel die eigenen Auswahlkriterien auch in Zukunft (ungefähr beim Blick in die nächsten 5 Jahre) in Summe am besten erfüllen wird. Im Bundessschnitt sind es 11%. Auch hier sind die Männer Thüringens mit 11% im Bundesschnitt, während die Frauen Thüringens mit 5% nur wenig eigene E-Bike-Affinität für die Zukunft sehen.

Vielleicht verbessert sich die Affinität zum Fahrradfahren bei den Thüringern ja, wenn es ein besseres Fahrradwegenetz im Bundesland gibt. Zumindest zählen 28% der Thüringer den „Auf- und Ausbau von Fahrradwegnetzen“ zu den Themen, die in ihren Augen (in einem Zeitraum von etwa in den nächsten 5 Jahren) als Erstes konkret umgesetzt werden sollen beim Thema Mobilität der Zukunft. Das ist im Deutschland-Vergleich knapp überdurchschnittlich. Deutschlandweit liegt der Wert bei 27%. Am weitesten verbreitet in einem Bundesland ist diese Forderung in Mecklenburg-Vorpommern. Hier nennen 38% dieses Ziel. Am seltensten zu hören ist die Forderung in Hamburg und Berlin, mit jeweils 23%.
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Kommentare

06.06.2021, 14.15 Uhr
Paulinchen | Thüringen und Bremen
Welch Wunder, in Thüringen gibt es Berge und Hügel und in Bremen gibt es das platte Land. Wo ist das Radfahren wohl am bequemsten??

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06.06.2021, 14.42 Uhr
Kobold2 | Dafür gibts
im Norden mehr Wind. Manchmal kommt sogar der Rückenwind von vorn. XD
Die Frage ist nicht, wo Radfahren am bequemsten ist, sondern, wo die Leute bequemer sind. Selbst im hügeligen Süden des Landes wird mehr als hier gefahren.
Dieser Bequemlichkeit spielt allerdings das thüringner Radwegenetz ( Kann man überhaupt davon spechen?) in die Hände.

4   |  6     Login für Vote
06.06.2021, 16.55 Uhr
Leser X | Aber Paulinchen...
... Ihnen wird doch nicht entgangen sein, dass sich mit E-Bikes alle Berge "glätten" lassen. Also gibt - auch keine weiblichen - Gründe, auf das Radfahren zu verzichten. Außer vielleicht das fehlende Kleingeld für solch ein Vehikel.

Und natürlich fehlende oder schlechte Radwege.

Und natürlich Autofahrer, die einen übersehen. Wie eben bei mir in der Bochumer Straße. Es hatte nicht viel gefehlt, und diesen Kommentar hätte es nie gegeben...

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06.06.2021, 23.09 Uhr
Bodo Schwarzberg | Radfahrer in Thüringen - Schweinehund und Infrastruktur
Es gibt viele Gründe, aus denen heraus in Thüringen recht wenig mit dem Rad gefahren wird: Gibt es keine Radwege, trauen sich weniger Personen mit dem Rad auf die Straße, als bei einem gut ausgebauten Radwegesystem.

Zudem ist Thüringen überwiegend ländlich geprägt: Um größere Strecken zurückzulegen, wird daher aus Effektivitätsgründen eher der PKW genutzt. - Auch übrigens, weil das weitverzweigte Netz der Deutschen Reichsbahn unter bundesrepublikanischen Verhältnissen von zahlreichen Streckenstilegungen statt von intelligenteren Lösungen heimgesucht wurde.

Nicht zuletzt spielt aber auch der innere Schweinehund vieler Zeitgenossen eine nicht gerade untergeordnete Rolle, wenn es um die Nutzung des Fahrrades im Alltag geht: Hier klaffen beispielsweise die guten Vorsätze für das neue Jahr und die tatsächliche Erfolgsquote dieser Vorsätze bezüglich regelmäßiger körperlicher Bewegung doch ziemlich auseinander.

Beim wenigstens zeitweisen Umstieg könnten aber vielleicht auch Kosten- oder ökologische Erwägungen zuindest auf Kurzstrecken helfen: Manche Fahrräder wiegen nur 5 Kilo, sie können aber einen 80 Kilo schweren Menschen ans Ziel bringen - platzsparend, ohrenschonend und emissionsfrei, kostenarm. Ein PKW wiegt heute meist mehr als 1000 Kilo und wird oftmals auch auf kleinen Strecken bewegt, um einen einzigen, z.B. 80 Kilo schweren Menschen an sein nahes Ziel zu bringen. Auf kurzen Strecken ist zudem der Verschleiß des PKW höher, die Kosten auch.

Hier bietet das Fahrrad in vielen Fällen sicher eine logische Alternative.

Die heutige Fahhradtechnik könnte es im Verein mit einem Ausbau des Radwegesystems gewiss ermöglichen, etwas an der Situation zu ändern. Ausgerechnet im noch dünner besiedelten Mecklenburg-Vorpommern findet man eher wenige Landstraßen, die über keinen parallelen Radweg verfügen, auch ausßerhalb der Urlaubszentren. Auch längere Strecken zu radeln, ist dort nicht unüblich. - Und das liegt nicht nur am flachen Land.

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07.06.2021, 16.40 Uhr
tannhäuser | Oh je...
Es gibt Frauen, die ein umweltfreundliches Fortbewegungsvehikel nicht zu schätzen wissen?

Wahrscheinlich heißen die alle Eva oder Magda, wählen AfD und/oder sind blond und haben Zöpfe ;)

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07.06.2021, 18.39 Uhr
Kobold2 | Beim Oh je
Bin ich absolut bei Ihnen.
Da werden Kommentaoren dafür abgestraft, das sie davon berichten, mit Glück einem Unfall entgangen zu sein. Das lässt tief blicken,wo wir im gesellschaftlichen Umgang angekommen sind.
Man bekommt aber auch schnell mit, wer hier Erfahrungen hat , oder nur meint welche zu haben.
Das Thema rein auf den Umweltgedanken runter zu brechen ist halt nicht mal die halbe Wahrheit.
Wenn Ihnen ihr Arzt beim nächsten Check erzählt, das man merkt,.das man was macht, ist das auch ein für alle wichtiger Grund. Ich möcht gern so wenig wie möglich Lebenszeit in diversen Wartezimmern verbringen. Da gibt es angehmeres zu tun.
Hauptgrund in meinem Umfeld ( ja da fahren auch Frauen ganz selbsverständlich Rad) ist, das es im Stadgebiet erheblich stressfreier ist, als seine kleinen Wege mit dem Auto zu erledigen. Man muss keinen Parkplatz suchen und vielleicht noch bezahlen, man kann fast bis zu jeder Tür fahren und spart sich einige Kosten. Spritpreisschwankungen tangieren uns deutlich weniger. Manche Umleitung im Stadtgebiet braucht man auch oft nicht so großräumig und nervenaufreibend zu durchfahren.
Ich sehe aber im Stadtgebiet eine erfreulich vorsichtige Zunahme des Radverkehrs.
Einfach mal probieren, bevor man andere abstraft und so ein E- Bike hat schon so manche Hemmschwelle überwunden.
Wir fahren allerdings immer noch überzeugt ohne Rückenwind aus Lithiumtechnik und es ist viel angenehmer, die Stadt durch den Park, über den Wipperdamm, oder den Radweg zu durchqueren, als von Ampel zu Ampel zu hüpfen und dort ab und an mal jemand zu wecken, weil er es nicht
geschafft seine Whatsapp vor Beginn der Grünphase abzuschicken.

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