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Sa, 07:02 Uhr
15.01.2022
Jedes siebte Grundschulkind betroffen

Verflixte Sprache: Immer mehr Kinder haben Probleme

Viele Eltern werden sich fasziniert an die Sprachentwicklung ihres Nachwuchses erinnern oder sie aktuell erleben – vom anfänglichen Lallen über erste Wörter bis hin zu komplexen Sätzen. Sprache macht uns Menschen einzigartig...

Doch immer mehr Kinder und Jugendliche weisen Sprach- und Sprechstörungen auf, wie Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigen.

So stieg die Zahl der 6- bis 18-Jährigen mit einer entsprechenden Diagnose von 2010 auf 2020 um rund 52 Prozent. Demnach sind fast acht Prozent der Heranwachsenden betroffen, sprich jeder 13., bei den 6- bis 10-Jährigen sogar jedes siebte Kind. Etwa jeder elfte Junge und jedes 17. Mädchen leiden darunter.

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„Die Art der Ausprägung von Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen kann vielfältig sein“, erklärt Miriam Rappe, Expertin für Atem-, Sprech- und Stimmtherapie bei der KKH. „Das reicht vom Unvermögen, bestimmte Laute zu artikulieren, über Wortfindungsstörungen bis hin zu Problemen, Sätze zu bilden oder zu verstehen.“ Je früher Sprachentwicklungsstörungen festgestellt und therapiert werden, umso erfolgreicher kann die Sprachentwicklung unterstützt werden.

Forciert Corona Sprach- und Sprechprobleme?
In vielen Familien verwandelte Homeschooling durch die Corona-Krise Kinderzimmer und Küchen über Wochen, ja Monate in Schulräume. Nicht jedes Kind konnte dabei auf elterliche Unterstützung zurückgreifen. „Vielen Kindern und Jugendlichen fehlte durch ausbleibenden Schulunterricht, Distanz- und Wechselunterricht etwas Entscheidendes: der direkte kommunikative Austausch mit Gleichaltrigen“, sagt Miriam Rappe. „Von Erlebnissen berichten, miteinander diskutieren, spielen, Witze machen, auch streiten und damit Sprache und Sprechen trainieren – das fiel während der Lockdowns weg.“ Hinzu kommt, dass während der Pandemie Behandlungen bei Sprachauffälligkeiten nicht begonnen, frühzeitig beendet oder verzögert gestartet werden konnten. Und so könnte der Trend zu mehr Sprachentwicklungsstörungen, der sich seit einigen Jahren abzeichnet, durch die Pandemie mit all ihren Kontaktbeschränkungen noch verstärkt werden.

Spracherwerb braucht Zeit und Geduld
Der Spracherwerb von Kindern ist individuell und ein langer Prozess mit mehreren Etappen. Fängt ein Kind erst spät an zu sprechen, ist das noch kein Grund zur Sorge. Doch etwa mit dem dritten Lebensjahr sollte sich ein Kind mitteilen können und sein Wortschatz wachsen. „Auffälligkeiten im Spracherwerb können sich in einem späteren Sprachbeginn, einem geringeren Wortschatz oder eingeschränkten Sprachverständnis bemerkbar machen“, erläutert Logopädin Rappe. „Ursachen können fehlender Blickkontakt, Probleme beim motorischen Bilden von Lauten, Zahnfehlstellungen oder Wahrnehmungsstörungen sein.“ Auch zu viele Stunden vor dem Fernseher oder PC können in Zusammenhang mit einer Sprachentwicklungsstörung stehen.

Ob eine Sprach- oder Sprechstörung vorliegt und behandelt werden sollte, ist für Eltern nicht leicht zu beurteilen. Sprachentwicklungsstörungen werden häufig im Rahmen der U-Untersuchungen vom Kinderarzt diagnostiziert und sollten von Logopäd:innen oder Sprachheilpädagog:innen therapiert werden. Denn Sprache ist unser Tor in die Welt. Sie ermöglicht Mitteilen und Verstehen und damit den Austausch mit unseren Mitmenschen in Kita und Schule, später in Ausbildung, Studium und Beruf. Sprachkompetenzen zählen in unserer mediengeprägten Gesellschaft längst zu den Kernkompetenzen. „Als Sprachvorbild fungieren oft Eltern oder enge Bezugspersonen. Daher ist es wichtig, dass sie sprachliche Kompetenzen aktiv fördern“, rät Miriam Rappe. „Sie sollten sich vor allem Zeit für ihre Kinder nehmen, um ihnen in allen Lebensphasen Sprachreize zu bieten – vom Blickkontakt über Vorlesen im Kleinkindalter bis hin zum Diskutieren im jungen Erwachsenenalter.“ Damit helfen sie wesentlich, kommunikative Fähigkeiten aufzubauen, zu trainieren und zu entfalten und obendrein das Selbstbewusstsein ihres Nachwuchses zu stärken.

Die KKH hat anonymisierte Daten ihrer Versicherten zwischen 6 und 18 Jahren mit der Diagnose F80 nach ICD-10 von 2010 und 2020 erhoben (ohne F80.2 und F80.3). Im Jahr 2020 waren im Schnitt 7,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen. Der Anteil in den verschiedenen Altersgruppen lag bei den 6- bis 10-Jährigen bei 15 Prozent, bei den 11- bis 14-Jährigen bei 5,2 Prozent und bei den 15- bis 18-Jährigen bei 2,1 Prozent. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten. Nähere Informationen erhalten Sie unter kkh.de/unternehmen/kurzportraet.
Autor: red

Kommentare
Örzi
15.01.2022, 12.20 Uhr
Die Sprache ist nicht das "Verflixte"
Eher fehlt es an Bemühungen, den Kindern diese beizubringen. Ich kenne in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis, kein Kind, was seiner Muttersprache, dem Alter entsprechend, nicht mächtig ist.
Interessant wäre es daher, zu wissen, inwieweit die Eltern der betroffenen Kinder in der Lage sind, Sprachfähigkeit zu vermitteln.
Die sich ausbreitende Gendersprache wird hier auch nicht hilfreich sein und die Probleme eher vergrößern.
Psychoanalytiker
15.01.2022, 12.39 Uhr
Deitche Sprach, schwehhrre Sprach ...
... sint so viel "r" drinnen, wie bei " wie gääht ihnen ?"

Wenn in diesem Land massiv "deutsch-kariert" und jetzt auch noch "gegendert" wird, wie soll die Deutsche Sprache erlernt und gepflegt werden !!!???

Wenn Autoren (wie hier) sich selbst nicht richtig ausdrücken können, dann brauche zumindest ich mich nicht zu wundern:
Was bitte sind "Sprachheilpädagog:innen"?
Ist man zu doof, zu faul, will man nun Männer diskriminieren oder hat man einfach keine Ahnung?

Männer, die diesen Beruf ausüben sind nämlich keine "Pädagog", sondern "Pädagoge" oder (Mehrzahl) "Pädagogen". Wenn ich "Pädagog" mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich lese, oder z.B. "Pädagog:innen" lese oder höre, dann frage zumindest ich mich, ob "mein Gegenüber" überhaupt Deutsch in der Schule gehabt hat, oder was für eine geringe Bildung da ausgedrückt wird.

Auch hört man beim (schnellen) sprechen nur noch die weibliche Form heraus, aber offensichtlich will man sich an den Männern "rächen", weil man "seit über 100 Jahren" nur die männliche Form aussprach.

Andererseits gibt es Worte wie z.B. "Lehrer", die gar nicht die männliche Form ausdrücken. "Lehrer" wird aus dem Verb (Tätigkeitswort) "lehren" gebildet, in dem man das "en" entfernt und dafür "er" einsetzt. Das so entstandene "Substantiv" (Hauptwort) meint dadurch die "lehrende Person", aber nicht den Mann. Ergänzt man nun "Lehrer" mit einem "in", wird daraus die weibliche "Lehrerin", was wiederum zur Diskriminierung der männlichen Personen führt, weil "Lehrer" ja alle Lehrenden, und nicht (nur) die Männer, meint.

Nun bin ich zwar auch nicht ein "Deutsch-Genie", aber ich versuche, in dessen die Nähe zu kommen. Da ich noch die "alte Rechtschreibung" erlernte, habe ich tatsächlich auch Probleme, mich auszudrücken.

Aber es bleibt auch dabei: "Deutsche Sprache, schwere Sprache" ...
HisMastersVoise
15.01.2022, 13.25 Uhr
Spiegel der Gesellschaft !
Unsere Kinder sind und bleiben der Beweis, wie lebensfähig oder unfähig unsere Gesellschaft und die Familien mit unserer Zukunft umzugehen, in der Lage sind. Mit Sicherheit gibt es in dieser Statistik eine Komponente, welche den Bildungsstand der Eltern ins Verhältnis zu den Kindern setzt. Gleiches gilt für den sozialen Status. Wenn wir also in Deutschland weit über zwei Millionen Bettler finanzieren und gleichzeitig einen immensen Arbeitskräftemangel haben, stimmt etwas so gar nicht am Sythem. Wenn Kinder von ihren Eltern eine rudimentäre Sprache vorgelebt bekommen, dann stimmt etwas so gar nicht hier im Land. So tragisch sich das anhöhren mag. Viele der Asylanten sprechen inzwischen besser Deutsch und arbeiten mehr als einige Eingeborene. Es geht also darum, den Eltern ihre verd... Pflicht klarzumachen, daß Kinder als höchstes Gut einer Gesellschaft alle Aufmerksamkeit verdienen. Was bedauerlicher Weise die Kindergärten und Schulen inzwischen zugemutet bekommen, ist genau so verheerend wie kriminell. Hier bekommt der Begriff des Opferabos für viele Kinder eine brutal realistische Bedeutung. Dahit kommt den Jugendämtern eine entscheidende Kontroll-und Steuerfunktion zu. Und was lernen eigentlich viele Kinder zur Zeit über die Erwachsenen im Zusammenhang mit Solidarität, Gemeinwohl und Verantwortung?
Leser X
15.01.2022, 14.10 Uhr
Manchmal reicht schon Lesen...
... um sich die wunderbare verbale Welt zu erschließen. Baller-Spiele reichen definitiv nicht aus, den Wortschatz zu erhöhen.

Eltern sollten ihre Kinder zum Lesen motivieren. Haben sie allerdings selbst nie ein Buch angefasst haben, wird's schwierig.
Psychoanalytiker
15.01.2022, 14.25 Uhr
Hier zeigt sich, wer "Deutsch" kann ...
... oder wer nur so tut, als hätte er/sie/es Ahnung. Wer bei meinem Kommentar den "Daumen runter" macht, hat eben keine Ahnung und hatte in der Schule offensichtlich nur die berühmten Fächer "Singen, Klatschen, Namen tanzen und Kreide holen". Wer so "gendert" wie beispielsweise im Artikel geschehen, hat NULL AHNUNG von der Deutschen Sprache (Eigenname) und zeigt dies auch noch anderen, z.B. mir.

Wie geschrieben: "Lehrer" kommt von "lehren" und stellt nicht die männliche Form dieses Berufsstandes dar. Aber wer weiß dies schon, wenn selbst "Deutschlehrer" bei internen Diktaten massiv versagten. Die Deutsche Sprache ist nun einmal eine schwere Sprache. Und "Pädagog" gibt es auch nicht, jedenfalls nicht hier im gelobten deutschen Land ...
Real Human
15.01.2022, 14.28 Uhr
„Es kann eine Bürde sein, so viel [Sprachen] zu verstehen“
Ein Artikel mit dieser Überschrift wurde mir heute früh empfohlen. Es geht dabei um die 21-jährige Sydney Noemi Stein die momentan ihren Bachelor in Regionalstudien Asien/Afrika in Berlin macht. Sie spricht nach eigener Aussage 15 Sprachen fließend. Sie „leidet“ an der „Ticker-Tape-Synästhesie“

„Die Synästhesie wurde mir zwar nicht diagnostiziert, doch trifft die Beschreibung perfekt auf mich zu: Ich sehe gesprochene Sprache vor meinem inneren Auge, so als würde eine Schreibmaschine alles mitschreiben. Deshalb fällt es mir auch so leicht, neue Sprachen zu lernen. Vorher habe ich Synästhesie mit Menschen assoziiert, die Farben schmecken können und nie gedacht, dass ich das haben könnte. Jedoch gibt es verschiedene Arten der Synästhesie. Die Ticker-Tape-Synästhesie ist nur nicht ganz so bekannt.“, wird sie in dem Artikel zitiert.

„An meinem Tiefpunkt[!] habe ich mich mit 25 Sprachen gleichzeitig beschäftigt, da ich mich so da reingesteigert habe.“

Uns „Normalos“(?) ist oft nicht bewusst, dass man an besonderen Begabungen auch LEIDEN kann. Wem dagegen schon der Erwerb der Muttersprache solche Probleme macht, steht wohl am anderen Ende der Skala?

Bezugnehmend auf die im nnz-Artikel zitierte Miriam Rappe, kann ich jedem Kind nur wünschen, dass es in eine verständnis- und liebevolle Familie hineingeboren wird. Viele Entwicklungschancen hängen leider(?) oft stark von Zufällen ab. (Vielleicht entwickeln sich unter den – ansonsten sehr negativen – Nebenfolgen der Corona-Pandemie besondere Mathe-Genies? ?–)

Zur Vertiefung:
Synästhesie, Inselbegabung (auch Savant-Syndrom oder Teilleistungsstärke), Autismus

Das GENDERN betrachte ich als Nebenerscheinung einer – teils toxischen – feministischen Überkompensation eines – teils toxischen – Maskulinismus. Das wäre vielleicht ein interessantes Thema für die VHS, wenn COVID-19 hoffentlich bald nur noch endemisch sein wird?

@ Psychoanalytiker: „Lehrer“ drückt sehr wohl eine männliche Form aus, denn es heißt „DER Lehrer“. Das grammatische Geschlecht wird vor allem durch den davorsetzbaren Artikel bestimmt!
DonaldT
15.01.2022, 15.00 Uhr
Verflixte Sprache: Immer mehr Kinder haben Probleme
Aber Lauterbach ist doch kein Kind mehr.
Aber er ist doch ein gutes Beispiel dafür, dass man Bundesgesundheitsminister werden kann, auch ohne der Sprache (Amtssprache) wirklich mächtig zu sein.
Psychoanalytiker
15.01.2022, 22.09 Uhr
@ Real Human
Es mag zwar den Anschein haben, dass "Lehrer" männlich ist, ich habe dies aber vor vielen Jahren, weit vor der förderalistisch geprägten (z.B. länderabhängig: dass, daß, dasz geschrieben) "Rechtschreibreform", anders gelernt und dennoch eine "1" im Deutsch-Abitur bekommen.

Auch der "Bohrer" oder der "Lutscher" sind nach Ihrer Theorie "männlich", das mag so sein, nach meinem Wissen haben die aber kein "männliches Geschlechtsteil" und sind eben nicht männlich, wie es uns "Gender-Fans" weismachen wollen.

Ich zumindest habe einst gelernt, dass "Bohrer" von "bohren", und "Lutscher" von "lutschen" abgeleitet sind. Wie beim "Lehrer" wird bei diesen beispielhaft gewählten Worten vom Verb das "en" durch "er" ersetzt und dadurch entsteht das sprachlich "neutrale" Substantiv, das nichts mit dem Geschlecht zu tun hat.

Nun mögen Sie von mir aus gerne Recht haben, ich aber lernte meine Version, und die kann so falsch nicht sein, weil im "Gendersinne" Bohrer und Lutscher eben NICHTS mit "Männern" zu tun hat. Ich fühle mich nun aber beleidigt, wenn deutsche Worte nun "künstlich feminin" werden und Männer mit Worten wie "Ärzt", "Kolleg", "Kund" oder "Pädagog" (usw.) sprachlich verunglimpft werden. Das hat NICHTS mit sprachlicher Gleichberechtigung, sondern eher mit Dummheit, Arroganz, Faulheit (man kann auch "Kollegen und Kolleginnen" schreiben oder sprechen) oder "WhatsApp-Abkürzungswahn" zu tun.

Aber vielleicht hat auch das "Corona-Virus" mit all seinen Varianten tatsächlich den Gender-Fans nur ins "Gehirn gesch...." ...
Echter-Nordhaeuser
15.01.2022, 23.14 Uhr
"O man lasst bloß die Gendersprache"
Das ist der reinste Blödsinn was je in der Deutschen Sprache erfunden wurde.
Viele Menschen wissen in Deutschland vor Dummheit nichts mehr anzufangen und dann wird so ein Unsinn erfunden.
grobschmied56
16.01.2022, 13.48 Uhr
Probleme mit der Sprache...
... haben nicht nur Kinder. (oder Kinder:innen?) sondern auch manche Menschen, die man zumindest oberflächlich betrachtet als Erwachsene bezeichnen würde.
Das inzwischen zur Landplage ausufernde Genderblabla ist ein ein schönes Beispiel für linken Geltungsdrang. Die Minderheit will unbedingt der Mehrheit ihre Ideologie aufzwingen. Manchmal ist es einfach nur noch absurd.
Zitat: (Neue Zürcher Zeitung)
'Das Gendern der Sprache ist ein Trend der Intellektuellen, die ihrem Umfeld damit nicht nur zeigen, dass sie die komplizierten Theorie-Trends aus den USA verstanden haben. Sie stellen damit auch die «richtige» Gesinnung aus. Der Wille zur besseren Moral führt zu amüsanten Verirrungen. Bei Anne Will sprach neulich die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock vom Bund der Steuer*innenzahler, Anne Will selbst von Mitglieder*innen.'
Bei so viel Mumpitz als Vorbild verwundert es nicht wirklich, wenn bei den Jüngsten die Sprachentwicklung Schaden nimmt.
Real Human
16.01.2022, 17.44 Uhr
Wenn's manchen Esel*Innen zu wohl geht, …
… erfinden sie das Gendern! Eigentlich gibt es doch viel existenziellere Herausforderungen – z.B. außenpolitische! Solange ich es bei dieser Polemik belassen würde, hätte ich wohl mehr „Likes“ als „Dislikes“?

Als meine hervorragende aber auch fordernde Deutschlehrerin noch Helene Ritschel hieß, war an "Gendern" nicht zu denken. Damals hatten wir ganz andere Themen, z.B. die „sozialistische Bruderhilfe“ für die CSSR 1968.

Ins Fundamentale zu gehen und z.B. zu fragen, „Warum gibt es eigentlich Geschlechter?“ oder gar, „Warum ist 'Gott' keine 'Göttin'?“, wäre zwar interessant, aber den hier zahlreichen Antiphilosophen wohl zu viel? Der Film „Das brandneue Testament“ thematisiert das humorvoll.

Arme heutige Schüler! Schlimm, dass wegen dem „Biest“ oft kaum noch regulärer Unterricht stattfindet, jetzt haben manche „Klassenkasper*Innen“ auch noch ein neues kreatives(?) Thema!?

Die Sprachen der Welt haben sich ähnlich evolutionär entwickelt wie Darwins Arten. (Memtheorie) Dabei geht es oft auch um Deutungshoheit, also um Macht. Beispiele: „Arbeitnehmer“, „Arbeitgeber“. Klar, „Geben ist seliger als Nehmen!“ Leider werden diese Wörter sogar von „Linken“ wie selbstverständlich benutzt.

Wie der Kommentar von „grobschmied56“ exemplarisch zeigt, liefern sich für besonders gebildet haltende „Lifestyle-Linke“ (Wagenknecht) Rechtspopulisten ein gut verwertbares Feindbild.

Die Finnen haben das gender-neutrale Personalpronomen „hän“, das sich auf Frauen, Männer und Leute anderen Geschlechts gleichermaßen bezieht. So etwas gibt es nicht mal in der Plansprache Esperanto. Dessen Autor, L. Zamenhof, war auch nur ein „Kind seiner Zeit“, die noch stark patriarchalisch geprägt war. So wird im Esperanto „Mutter“ von „Vater“ abgeleitet. „patro“ ist der Vater und „patrino“ die Mutter. Die Nachsilbe „-in“ bezeichnet die weibliche Form von etwas.

Wer eine ideale Plansprache schaffen wollte, müsste schon eine Superintelligenz aus der fernen Zukunft sein. Einstweilen müssen wir uns damit abfinden, dass Sprache sich unvorhersehbar dynamisch entwickelt. Im Barock gab es die Fruchtbringende Gesellschaft, die auch sprachreformerisch tätig war. „Nase“ sollte z.B. durch „Gesichtserker“ ersetzt werden ...
diskobolos
16.01.2022, 19.37 Uhr
Manch Kommentar . . .
zeigt auch, dass es außer dem Gendern auch noch andere Probleme in der deutschen Sprache gibt. Einige ihrer "Verteidiger" beherrschen weder das Thema Groß- und Kleinschreibung, noch die Zeichensetzung. Auch die Suche nach dem passenden Wort ist oft Glücksache.
Wir haben eine so schöne Sprache, mit der man feinste Nuancen ausdrücken kann. Nutzen wir doch diese Gabe.

Ich selbst "gendere" nicht, verstehe aber das Anliegen: Spricht man z. B. immer von "den Ministern", wird suggeriert, dass das normalerweise Männer sind. Sprache schafft auch Realität. Solch differenzierte Betrachtungen sind vielen zu kompliziert. Das verstehe ich, aber ich bin nicht dafür, dass man diesen schlichten Gemütern die Meinungshoheit zugestehen sollte.
grobschmied56
17.01.2022, 01.06 Uhr
Den diskobolos möchte ich hier...
... um Nachsicht und christliche Milde bitten, zumindest was die schriftlichen Äußerungen seiner Mitmenschen angeht! Ich selbst habe ein sehr komfortables Netbook zur Verfügung. Baujahr 2013, mit I**** Ato* Prozessor, langsam, aber sicher. Kleines, aber feines Display (10 Zoll), sehr bedächtiger Arbeitsgeschwindigkeit, dafür jedoch spaaaarsam im Strombedarf! Nur 8 bis 10 Watt verbraucht das kleine Kerlchen an elektrischer Leistung.
Also: 'KLIMA-FREUNDLICH'. Zumindest, wenn man das Teil mit einem erwachsenen PC vergleicht.
Den Kommentaren etlicher NNZ-Leser ist indessen anzusehen, daß sie recht flüchtig auf mobilen Endgeräten erstellt wurden. Die Qualität ist dementsprechend etwas nachlässiger und für hohe Ansprüche weniger überzeugend.
Doch sollte man sich nicht allzu sehr über den Rest des Volkes stellen. Meinung bleibt Meinung, auch wenn sie mit leichten Rechtschreibfehlern daherkommt.
Man sollte stets den guten Willen der Kommentatoren zuerst sehen, zur demokratischen Meinungsbildung beizutragen. Leichte Schwächen bei Orthographie und Grammatik erduldet der Leser dann leicht.
diskobolos
17.01.2022, 11.19 Uhr
Sie haben recht, Grobschmied,
Man sollte nicht auf Leute herab sehen, wenn diese gewisse Defizite haben. Im Allgemeinen ist das auch nicht meine Art und ich hatte mir schon überlegt, ob ich zu meinem letzten Kommentar noch eine Bemerkung in dieser Richtung anfüge.

Bei denjenigen, die sich getroffen fühlen, bitte ich herzlich um Entschuldigung. Bitte schreiben Sie auch weiterhin Ihre Meinung, auch wenn ich sie nicht teile.

Generell gilt: Lieber noch mal durchlesen, im Zweifel auch mal in den Duden schauen (online, mach ich jedenfalls)

Zum eigentlichen Thema: Lese- und Verständnisprobleme bei jungen Menschen sind eine direkte Folge davon, dass sie weniger Bücher lesen, sondern exzessiv das Smartphone nutzen.
Das hat auch noch ganz andere negative Folgen ( Pornografie, Gewalt, Spielsucht,...)
Die Veränderungen, die die Gesellschaft dadurch erfährt, können wir heute noch gar nicht abschätzen.
grobschmied56
17.01.2022, 15.11 Uhr
Ein Daumen hoch...
... für disco...
HisMastersVoise
17.01.2022, 16.52 Uhr
Abgeschwurbelt !
Und beweisführend für die Unbedeutung des Themas ist die vorangegangene Diskussion. Lehrer- und Erziehermangel interessiert keinen. Die Stärkung des sozialen Umfeldes von Kindern interessiert keinen. Hier geht es um Gendern und die Schreibweise von Begriffen und ähnlichem Geschwurbel. Aber wirklich ernst nehmen möchte niemand hier niemand das Thema. Dabei sind die Kinder mit Sprachdefiziten genau die zukünftige Bevölkerungsgruppe, welche durch massive Probleme beim Start in das Arbeitsleben später die Sozialkassen eher benötigen als unterstützen. Es werden genau die Menschen sein, welche den Staat also uns alle Milliarden an Euro kosten werden, da wir es versäumt haben, sie lebensfähig zu erziehen. Das Thema ist viel zu ernst, um durch dümmliche Kommentare zerredet zu werden.
eller
17.01.2022, 17.49 Uhr
HALT / Verflixt
Es ist HALT so, das HALT keiner mehr richtig spricht. Selbst im TV ist es HALT so, das jeder HALT 2 x im Satz HALT sagt. HALT in manchen Texten taucht HALT schon auf. Das HALT ist schon so verbreitet, das es HALT schon keiner mehr merkt. Passt HALT auf das HALT auf. Nachrichtensprecher verzichten noch auf das HALT.
tannhäuser
19.01.2022, 17.11 Uhr
Eine Generation...
...der nicht mal von ihren Eltern, Lehrern und "Helden" im TV vorgelebt wird, die Vergleichswörter "als" und "wie" korrekt zu verwenden, soll jetzt nach der verkrachten Rechtschreibreform auch noch gendern lernen?

Deutsche Sprache, schwere Sprache? Sind andere auch und wir haben wenigstens Buchstaben und nicht irgendwelche verschnörkelten Symbole wie andere.

Wir sollten unsere Kultur (Und dazu zählt die Sprache) nicht andauernd voreilig schlecht machen, wenn Menschen sich keine Mühe geben wollen, sie zur Kommunikation und Integration lernen zu wollen.

Lesen lesen lesen hilft und ist sinnvoller als Trash TV oder endlose Laberrunden auf den ÖR.
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