eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 09:50 Uhr
19.01.2024
Offener Brief

Gegenwind für neue Oberzentren

Nordhausen soll eines der neuen Oberzentren in Thüringen werden. Vor Ort wurde die Nachricht gut aufgenommen, doch das ist nicht überall der Fall, mehrere Städte kritisieren jetzt die Pläne in einem offenen Brief an das Kabinett...

Die Landräte des Unstrut-Hainich-Kreises und des Landkreises Gotha, die Oberbürgermeister der Städte Mühlhausen, Gotha und Weimar sowie der Bürgermeister der Stadt Bad Langensalza haben sich gemeinsam mit einem offenen Brief an die Mitglieder der Thüringer Kabinetts gewandt. Darin kritisieren sie die Pläne der Thüringer Landesregierung, an der Ausweisung weiterer Oberzentren im Freistaat festzuhalten.

Wir veröffentlichen den Brief hier im Wortlaut:

Mit Befremden haben wir die jüngst bekannt gewordenen Pläne der Thüringer Landesregierung zur Kenntnis genommen, an der Ausweisung weiterer Oberzentren im Freistaat festzuhalten. Die vorgesehenen Strukturen konterkarieren die bestehenden, fachlich sinnvollen Vorgaben und Anforderungen, die ein Oberzentrum ausmachen – denn hierbei sollen „hochwertige Funktionen der Daseinsvorsorge mit landesweiter Bedeutung“ konzentriert und weiterentwickelt werden.

Anzeige symplr (1)
Mit den vorgesehenen Änderungen schafft man eine Beliebigkeit, die die Oberzentren entwertet. Damit wird der weiteren inflationären Ausweisung von Zentren Tür und Tor geöffnet, was negative Auswirkungen auch auf die Zuordnungen im System der Zentralen Orte nach sich zieht. Nicht zuletzt wird eine Spannung erzeugt, die die konstruktive Zusammenarbeit der Kommunen innerhalb der verschiedenen Regionen Thüringens gefährdet – dabei ist es das, worauf es angesichts vielfältigster Herausforderungen in diesen Zeiten ankommt!

Bei der Festlegung der nun geplanten Strukturen sind weder klare noch einheitliche Kriterien erkennbar. Das Land missachtet hier seine eigenen Planungsprinzipien, wonach grundsätzlich Städte ähnlicher Größe und Funktion der gleichen Stufe im System der Zentralen Orte zugeordnet werden. In der Folge stellt sich auch die Frage, welche Bedeutung bzw. Qualität dann eigentlich Mittelzentren oder Mittelzentren mit oberzentralen Teilfunktionen noch bleibt. Durch die unsachliche Ausweisung zusätzlicher Oberzentren werden andere Städte in Bezug auf ihre künftige Entwicklung klar benachteiligt.

Die Argumente und Stellungnahmen gegen die Ausweisung weiterer Oberzentren wurden durch uns im Übrigen bereits innerhalb der Beteiligung zum ersten Entwurf zur Änderung des Landesentwicklungsprogramms zum Ausdruck gebracht. Dazu haben wir keinerlei Rückmeldung erhalten. Nun zeigt sich, dass die von uns vorgebrachten Argumente von der Landesregierung offenkundig ignoriert wurden – mehr noch hat sich die Landesregierung mit dem vorgesehenen Konstrukt eines flächigen Oberzentrums „Südthüringen“ nun sogar noch weiter vom Prinzip der Zentralen Orte entfernt.

Wir fordern stattdessen, die bisherigen, eingespielten Strukturen zu belassen. Diese sind stimmig, zielführend und vertreten die Bedürfnisse der Thüringen Kommunen insgesamt aus unserer Sicht auf bestmögliche Weise.

gez. Harald Zanker
Landrat Unstrut-Hainich-Kreis

gez. Dr. Johannes Bruns Oberbürgermeister Stadt Mühlhausen

gez. Peter Kleine Oberbürgermeister Stadt Weimar

gez. Onno Eckert Landrat Landkreis Gotha

gez. Knut Kreuch Oberbürgermeister Stadt Gotha

gez. Matthias Reinz
Bürgermeister Stadt Bad Langensalza
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
ArreeTim
19.01.2024, 10:14 Uhr
Sachliche Kritik, hart in der Sache und es ist Weimar dabei, also
in Thüringen sollten diese Kriterien objektiviert werden, die Kritik hat ja handfeste und sachliche Gründe, wenn halbe Regionen in Thüringen zum Oberzentrum erklärt werden, na-ja oder eher ja-nein? Was der Süden hat, kann dem Norden nicht verweigert werden, jedenfalls begründet.

Pro Nordhauen, ja, Weimar ist es aber auch.
Fönix
19.01.2024, 10:21 Uhr
Ein durchsichtiges Manöver,
das tief blicken lässt.
Ein Motto, das für mich immer einen großen Stellenwert besessen hat, lautet:

Miteinander schafft man mehr als gegeneinander!

Im kommunalen Milieu des Thüringer Nirvana sehen die verantwortlichen Akteure das offensichtlich ganz anders. Da schielt jeder eifersüchtig auf den Teller des Nachbarn und geifert eifersüchtig los, wenn dieser mal eine Kartoffel mehr aufgetischt bekommt...
G.M.F.
19.01.2024, 11:16 Uhr
Das zeigt nur,
wie notwendig ein Oberzentrum NDH-SDH ist!
Bubo bubo
19.01.2024, 19:28 Uhr
trauriger (Ablass) Handel...
Als echtem Nordhäuser gefällt mir selbstredend die Idee vom Oberzentrum.
Stadtgeschichte samt Historie und Zukunftschancen sind in dieser Hinsicht sehr eindeutig.
Nur sollte sich jeder daran erinnern, dass dem vergessenen Norden Thüringens bisher so gut wie nie etwas Gutes seitens der Landesregierung zu Teil geworden ist.
Warum denn nun?
Hat es vielleicht mit einer möglichen EAS im Nordhäuser Stadtgebiet zu tun?
Soll die Nordthüringer Bevölkerung ein weiteres Mal für blöd verkauft werden?

Ich kaufe ein (N)ein und möchte lösen.
grobschmied56
20.01.2024, 01:22 Uhr
Schon lustig, wenn sich der Bürgermeister ...
... einer bedeutenden Großstadt-Metropole (Gotha, 46 000 Tsd. Einwohner) einer minderbemittelten Klitsche (NDH, 41 000 Tsd. EW.) so haushoch überlegen fühlt und auf den unliebsamen Nebenbuhler mit der Grandezza eines spanischen Hidalgos herabblickt, wie auf einen Pinscher, der ihm gerade ans Bein pin....
Was erlauben Nordhäuser?!
Südharzmensch
20.01.2024, 11:39 Uhr
Nordhausen längst unter 40.000 Einwohner
Nordhausen läge ohne Zuwanderer längst unter 40.000 Einwohner laut Angaben des statistischen Landesamts.
Klaus K
20.01.2024, 14:03 Uhr
Ohne Geflüchtete wäre NDH kein Oberzentrum
Danke Zirkel und Winkel, dass Sie zugeben, dass ohne Geflüchtete Nordhausen kein Oberzentrum geworden wäre!
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)