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Di, 10:50 Uhr
17.02.2026
Aufruf zum Alkoholfasten

Problematischer Konsum in Thüringen stark verbreitet

Nach dem Aschermittwoch beginnt die traditionelle Fastenzeit, die Krankenkasse Barmer ruft dazu auf, auf Alkohol zu verzichten. Gerade in Thüringen sei der problematische Konsum weit verbreitet...

In Thüringen sind 15 von 1.000 Menschen wegen psychischer und anderer Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit Alkohol in einer niedergelassenen Praxis oder in einer Klinik medizinisch versorgt worden.

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„Alkohol ist weder Genussmittel noch Kulturgut. Es handelt sich schlicht und ergreifend um ein schleichend tödliches Zellgift. Das macht es so gefährlich“, findet Robert Büssow, Landeschef der BARMER Thüringen, klare Worte. Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, weswegen er appelliert, auf Alkohol zu verzichten. „Und das am besten nicht nur bis zum Karsamstag, sondern dauerhaft“, so Büssow weiter. Alkoholkonsum sei gesellschaftlich noch immer so verharmlost, dass laut Umfragen nahezu jede dritte erwachsene Person ein Konsumverhalten habe, das mit einem moderaten oder hohen Krankheitsrisiko assoziiert ist. Das Zellgift Alkohol ist für die Entstehung von mehr als 200 Krankheiten mitverantwortlich. Wie aus Daten der BARMER hervorgeht, haben mehr als 40 Prozent der Alkoholkranken Depressionen, ebenfalls 40 Prozent haben Bluthochdruck, rund jeder Fünfte hat Diabetes.

Häufig gestellte Fragen (FAQ):
In welchen Altersgruppen ist Alkoholmissbrauch besonders häufig?
Am stärksten betroffen sind Menschen zwischen 50 und 69 Jahren. In dieser Altersgruppe wurde in Thüringen eine von 40 Personen im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch behandelt. „Alkoholismus kommt vor allem in der Generation der Babyboomer vor. Neben individuellen Gründen und Schicksalsschlägen mag auch die Sozialisation eine Rolle spielen. Alkohol hatte damals einen anderen Stellenwert. Heute stehen in der Gesellschaft die Risiken viel stärker im Vordergrund“, sagt BARMER-Landeschef Büssow.

Neigen Jugendliche verstärkt zum Rauschtrinken?
Rauschtrinken ist in Abrechnungsdaten nicht identifizierbar, da es hierzu keinen eigenständigen Diagnoseschlüssel gibt. In der Altersgruppe der 12- bis 29-Jährigen zeigt sich ein positiver Trend. Im Jahr 2018 sind laut BARMER-Analyse 5 von 1.000 Jugendlichen wegen Alkoholmissbrauchs in Behandlung gewesen. Bis zum Jahr 2023 ist die Rate auf 3 von 1.000 gesunken. Rauschtrinken ist unter jungen Menschen dennoch weiter verbreitet als bei Erwachsenen. Jugendliche trinken im Durchschnitt seltener regelmäßig, aber deutlich impulsiver. Sie trinken oft in sozialen Situationen mit Gruppendruck, z. B. auf Partys, Festivals oder Feiern – ein Kontext, der exzessiven Konsum begünstigt.

In welchen Bundesländern gibt es den höchsten Anteil an Alkoholkranken?
Thüringen hat mit rund 15 von 1.000 die vierthöchste Betroffenenrate bundesweit. Nur in Mecklenburg-Vorpommern (19 von 1.000), Sachsen (17 von 1.000) und Sachsen-Anhalt (16 von 1.000) ist der Anteil an behandlungsbedürftigen Personen aufgrund ihres Alkoholkonsums in der Bevölkerung noch höher. Der bundesweite Schnitt liegt bei rund 12 von 1.000. Am niedrigsten ist die Rate mit 10 von 1.000 in Rheinland-Pfalz. Die Dunkelziffer dürfte aber generell weit höher liegen, da sich bei Weitem nicht alle Betroffenen medizinische Hilfe suchen.

Ab wann gilt Alkoholkonsum als risikobehaftet?
Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung gibt es keinen gesundheitlich risikofreien Alkoholkonsum. Ein bis zwei alkoholische Getränke pro Woche sind mit einem geringen, drei bis sechs mit einem moderaten und mehr als sechs mit einem hohen Risiko für gesundheitliche Folgeschäden assoziiert.

Bei wie vielen Menschen ist der Alkoholkonsum problematisch?
Eine Studie des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2025 hat ergeben, dass nahezu jede dritte erwachsene Person mit drei oder mehr alkoholischen Getränken pro Woche ein Konsumverhalten aufweist, das mit einem moderaten oder hohen Krankheitsrisiko assoziiert ist.

Können höhere Steuern auf alkoholische Getränke dazu führen, dass es weniger alkoholbedingte Krankheitsfälle gibt?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass Abgaben auf Alkohol eines der wirksamsten Mittel sind, um den Konsum zu senken und alkoholbedingte Krankheiten zu reduzieren.

Was ist die Datengrundlage?
Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2023 und schließen sowohl ambulante als auch stationäre Daten sowie Daten aus Arzneimittelverordnungen mit ein. Als alkoholkrank gilt in dieser Auswertung, wer länger als ein Jahr und mindestens zweimal entsprechende Diagnosen erhalten hat. Die BARMER hat in Thüringen rund 190.000 Versicherte.
Autor: red

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Kommentare
Echter-Nordhaeuser
17.02.2026, 17:58 Uhr
So ist das .....
Hauptsache Zigaretten werden teurer😉
Leser X
18.02.2026, 18:14 Uhr
Mein Mitleid hält sich in Grenzen
Wer täglich sein "Feierabendbier" braucht, vor allem, aber nicht nur am Wochenende, mag sich zwar seine Situation schönreden. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er oder sie längst eine Abhängigkeit entwickelt hat. Kann zwar theoretisch jeden erwischen, aber die Gesellschaft bietet schon Hilfen an, sich mit Unterstützung aus der Sucht zu befreien. Und vor den Leuten, die diesen Weg gehen, habe ich Respekt.

Für jene aber, die sich in einem Leben im Suff eingerichtet haben, fällt es mir schwer, Mitleid zu empfinden.
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