Mi, 08:28 Uhr
12.11.2025
Evangelischer Kirchenkreis Mühlhausen
Weichen für die Zukunft gestellt
Auf ihrer Herbsttagung am Samstag hat die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Mühlhausen zentrale Entscheidungen für die zukünftige Ausrichtung kirchlicher Arbeit getroffen...
Themen waren dabei beispielsweise die erausfordernde Finanzlage und die Verabschiedung einer umfassenden Gebäudekonzeption.
Finanzen
Die Kreissynode hat zu ihrer Tagung den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Die Zahlen zeigen die Herausforderungen auf, vor denen der Kirchenkreis mit seinen Kirchengemeinden stehen wird, erläutert Micha Hofmann, Leiter des Kreiskirchenamtes, die Situation. Durch die schwindenden Kirchenmitglieder sinkt die Hauptsäule der Einnahmen, die Kirchensteuer. Denen gegenüber stehen jedoch nicht unerhebliche Steigerungen der Ausgaben, u.a. durch die immer weiter steigenden Personalkosten. Die Schere geht weiter auseinander - wir werden weniger Kirchenmitglieder bei höheren Kosten, berichtet Hofmann. Für viele Kirchengemeinden werde es eine schwierige Aufgabe werden, einen Haushalt zu schnüren. Ein Problem dabei sind auch die Kosten für die Erhaltung der hohen Zahl historischer kirchlicher Gebäude. Hier sollen die Kirchengemeinden angeregt werden mit einer Gebäudekonzeption zu prüfen, welche Gebäude für ihre inhaltliche Arbeit notwendig sind. Der Gedanke, sich auch von kirchlichen Gebäuden zu trennen, ist für die Gemeinden schwer vorstellbar, muss aber auch gedacht werden, äußert der Amtsleiter. In einem haben wir aber Gewissheit: unser christlicher Glaube ist nicht finanziell zu beziffern und schwindet nicht mit der Verringerung von Geldern. Aber wir werden uns wohl oder übel mit der Veränderung der Rahmenbedingungen kirchlichen Lebens beschäftigen müssen.
Gebäudekonzeptio
Die neue Gebäudekonzeption regelt den zukünftigen Umgang mit kirchlichen Immobilien. Ziel ist es, die kirchliche Präsenz zu sichern, die Nutzung der Gebäude an die Gemeindearbeit anzupassen und die Baulast zu reduzieren. Das zu erstellende Konzept wird gemeinschaftlich von den Gemeinden eines Pfarrbereichs erarbeitet und nicht von oben übergestülpt, betont Baureferentin Jana Grüling. Die Kirchengebäude werden dabei in sieben Stufen eingeteilt, die später die Förderfähigkeit von Maßnahmen bestimmen. Ab 2027 sind Gebäudekonzeptionen Voraussetzung für Förderanträge an den Kirchenkreis.
In der Diskussion äußerten Synodale Bedenken hinsichtlich möglicher aufkommender Zwistigkeiten in den Pfarrbereichen, wenn es um die Stufen-Einteilung geht. Superintendent Andreas Schwarze, zu Gast aus dem Kirchenkreis Südharz, berichtete jedoch von positiven Erfahrungen: Im Gegenteil, wir haben festgestellt, dass die Gemeinden sehr vorsichtig miteinander im Gespräch sind.
Zudem soll jede Region künftig über Räume für Kinder- und Jugendarbeit, einen Musikort und ein regionales Gemeindebüro verfügen. Die Bildung dieser Regionen steht im Kirchenkreis noch aus.
Superintendent Christian Beuchel unterstrich die gesellschaftliche Verantwortung für die historischen Kirchengebäude: Sie allein den Kirchen zu überlassen, funktioniert nicht mehr.
Schutzkonzept
Ein weiteres Thema der Synode war das verabschiedete Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt. Es umfasst präventive Maßnahmen wie Verhaltenskodex, Führungszeugnisse, Fortbildungen und Partizipation sowie klare Interventionswege mit Notfallplan, Falldokumentation und Beschwerdemanagement. Ziel ist eine sichere, grenzachtende Umgebung für Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene in allen kirchlichen Angeboten.
Die nächste Synode findet am 9. Mai 2026 statt und wird als gemeinsame Tagung der Kirchenkreise Mühlhausen, Bad Frankenhausen-Sondershausen und Südharz zur Vorbereitung des Kirchenkreises Nordthüringen durchgeführt.
Regina Englert
Autor: redThemen waren dabei beispielsweise die erausfordernde Finanzlage und die Verabschiedung einer umfassenden Gebäudekonzeption.
Finanzen
Die Kreissynode hat zu ihrer Tagung den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Die Zahlen zeigen die Herausforderungen auf, vor denen der Kirchenkreis mit seinen Kirchengemeinden stehen wird, erläutert Micha Hofmann, Leiter des Kreiskirchenamtes, die Situation. Durch die schwindenden Kirchenmitglieder sinkt die Hauptsäule der Einnahmen, die Kirchensteuer. Denen gegenüber stehen jedoch nicht unerhebliche Steigerungen der Ausgaben, u.a. durch die immer weiter steigenden Personalkosten. Die Schere geht weiter auseinander - wir werden weniger Kirchenmitglieder bei höheren Kosten, berichtet Hofmann. Für viele Kirchengemeinden werde es eine schwierige Aufgabe werden, einen Haushalt zu schnüren. Ein Problem dabei sind auch die Kosten für die Erhaltung der hohen Zahl historischer kirchlicher Gebäude. Hier sollen die Kirchengemeinden angeregt werden mit einer Gebäudekonzeption zu prüfen, welche Gebäude für ihre inhaltliche Arbeit notwendig sind. Der Gedanke, sich auch von kirchlichen Gebäuden zu trennen, ist für die Gemeinden schwer vorstellbar, muss aber auch gedacht werden, äußert der Amtsleiter. In einem haben wir aber Gewissheit: unser christlicher Glaube ist nicht finanziell zu beziffern und schwindet nicht mit der Verringerung von Geldern. Aber wir werden uns wohl oder übel mit der Veränderung der Rahmenbedingungen kirchlichen Lebens beschäftigen müssen.
Gebäudekonzeptio
Die neue Gebäudekonzeption regelt den zukünftigen Umgang mit kirchlichen Immobilien. Ziel ist es, die kirchliche Präsenz zu sichern, die Nutzung der Gebäude an die Gemeindearbeit anzupassen und die Baulast zu reduzieren. Das zu erstellende Konzept wird gemeinschaftlich von den Gemeinden eines Pfarrbereichs erarbeitet und nicht von oben übergestülpt, betont Baureferentin Jana Grüling. Die Kirchengebäude werden dabei in sieben Stufen eingeteilt, die später die Förderfähigkeit von Maßnahmen bestimmen. Ab 2027 sind Gebäudekonzeptionen Voraussetzung für Förderanträge an den Kirchenkreis.
In der Diskussion äußerten Synodale Bedenken hinsichtlich möglicher aufkommender Zwistigkeiten in den Pfarrbereichen, wenn es um die Stufen-Einteilung geht. Superintendent Andreas Schwarze, zu Gast aus dem Kirchenkreis Südharz, berichtete jedoch von positiven Erfahrungen: Im Gegenteil, wir haben festgestellt, dass die Gemeinden sehr vorsichtig miteinander im Gespräch sind.
Zudem soll jede Region künftig über Räume für Kinder- und Jugendarbeit, einen Musikort und ein regionales Gemeindebüro verfügen. Die Bildung dieser Regionen steht im Kirchenkreis noch aus.
Superintendent Christian Beuchel unterstrich die gesellschaftliche Verantwortung für die historischen Kirchengebäude: Sie allein den Kirchen zu überlassen, funktioniert nicht mehr.
Schutzkonzept
Ein weiteres Thema der Synode war das verabschiedete Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt. Es umfasst präventive Maßnahmen wie Verhaltenskodex, Führungszeugnisse, Fortbildungen und Partizipation sowie klare Interventionswege mit Notfallplan, Falldokumentation und Beschwerdemanagement. Ziel ist eine sichere, grenzachtende Umgebung für Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene in allen kirchlichen Angeboten.
Die nächste Synode findet am 9. Mai 2026 statt und wird als gemeinsame Tagung der Kirchenkreise Mühlhausen, Bad Frankenhausen-Sondershausen und Südharz zur Vorbereitung des Kirchenkreises Nordthüringen durchgeführt.
Regina Englert
