Di, 18:00 Uhr
03.03.2026
Nordthüringer Reisende sitzen fest
Wenn im Urlaub plötzlich Krieg ist
Der Krieg im Nahen Osten hat den internationalen Flugverkehr lahm gelegt, viele Reisende sitzen fest, darunter auch einige Nordthüringer. Direkt betroffen ist dabei nicht nur die Reiseregion an sich, wie die nnz erfahren hat…
Wenn das Paradies plötzlich zu Hölle wird: Blick auf eine typische Urlaubsanlage in Dubai. (Foto: psg)
Ein Kreuzfahrtschiff in Katar oder ein Hotel in Dubai sind zur Zeit sicher nicht der beste Urlaubsort. Seit dem Wochenende herrscht wieder Krieg im Nahen Osten, in mehreren Ländern der Region sind iranische Raketen eingeschlagen, gezielt wird dabei auch auf die touristischen Hotspots. Der Flughafen von Dubai wurde getroffen und auch am Burj Khalifa gab es Drohnenalarm.
Mittendrin finden sich auch viele deutsche Reisende, rund 30.000 Kunden deutscher Reiseunternehmen sind direkt oder indirekt betroffen, schätzt man beim Deutschen Reiseverband, darunter auch einige Reisende aus Nordthüringen. Wie viele lässt sich nicht genau ermitteln, beim Freistaat hält man sich mit konkreten Zahlen noch zurück.
Ein in einem Hotel eingerichteter Schutzraum, fotografiert von unserem Leser Henning S. (Foto: Henning S. )
Einer, der im Krisengebiet in einem Hotel festsitzt ist unser Leser Henning S.. Er berichtet aus Ras Al Khaimah, das kleinste der Emirate, neben Dubai, von einem ruhigen Tag. In der Nacht wurden mehrere Raketen beobachtet, die auch abgeschossen wurden. Bei einer Explosion haben die Fensterscheiben geklirrt. Im Hotel wurden Schutzräume eingerichtet. Er spricht von ständiger Information seitens des Reiseunternehmens und des Auswärtigen Amtes. Er fühlt sich gut informiert, berichtet er der nnz.
Ein Aushang in dem Hotel unseres Lesers in Ras Al Khaimah. (Foto: Henning S.)
Die Lage vor Ort sei ohne Frage unangenehm, teilt uns ein Nordhäuser Reisebüro mit, das mit einem halben Dutzend betroffenen Kunden in der Region Kontakt hält. Die Betroffenen würden vor Ort in den Hotels betreut, die Kosten übernehme in der Regel das Gastland. Rettungsaktionen würden über die Veranstalter und Fluggesellschaften organisiert. Zu erwarten sei, dass die Gestrandeten auf dem Landweg nach Oman gebracht und vor hier über Saudi Arabien ausgeflogen werden, da sich allein hier ein offener Flugkorridor findet. Eine eben solche Aktion hat Italien gestern durchgeführt, 98 Urlauber wurden aus Dubai geholt. Wann und wie das auch für deutsche Reisende möglich wird, ist noch unklar. Heute Nachmittag wurde bekannt, dass die Bundesregierung ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere unter den in Nahost gestrandeten Deutschen an morgigen Mittwoch starten will.
Für den Tourismus sei der Krieg wie Corona 2.0, heißt es weiter aus dem Reisebüro. Orte wie Dubai, Katar und die Emirate sind ein beliebtes Reiseziel, das viel größere Problem sei aber, dass die Region an sich als internationales Drehkreuz für den Reiseverkehr nach Asien, Australien und Ozeanien fungiert. Mit der Eskalation des Konflikt fallen die großen Flughäfen der Golfstaaten als Zwischenlandepunkte weg, tausende Reisende sitzen fest, auch wenn der Krieg für sie weit weg ist.
Wir haben zum Glück keine Kunden, die im Krisengebiet festsitzen, sagt Michaela Matthias von der Reiseboutique in Bleicherode. Seit über 30 Jahren gibt es das Reisebüro in der Kalistadt. Seit Corona sei man krisenerprobt. Mit jeder Krise lernt man wieder dazu, ist die Reisexpertin überzeugt und ergänzt: Wir hatten einige Kunden, die planmäßig noch am Freitag aus dem Nahen Osten zurückgekehrt sind, also noch rechtzeitig.
Auch im Reisebüro Hahnemann in Niedersachswerfen ist man erleichtert, aktuell keine Kundinnen und Kunden in der betroffenen Region zu haben.
Direkt betroffene Reisende gebe es auch im Dertour-Reisebüro in der Bahnhofstraße in Nordhausen nicht. Wir haben allerdings mehrere Fernreisekunden, die natürlich auf die großen Flughafendrehkreuze in Dubai und Abu Dhabi angewiesen sind, erklärt Steffi Ludwig. Für diese Urlauber werde derzeit geprüft, ob alternative Flugverbindungen möglich sind. Mit Blick auf die bevorstehenden Osterferien und bereits gebuchte Reisen in die Kriegsregion bittet sie darum, Ruhe zu bewahren. Die Reiseveranstalter melden sich rechtzeitig bei den Kunden, versichert Ludwig. Oberste Priorität habe nun zunächst die Rückholung gestrandeter Reisender.
Das Auswärtige Amt hat am 28. Februar eine Reisewarnung für mehrere Länder ausgesprochen. Dazu zählen Israel und die Palästinensischen Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar und Jemen.
Der Deutsche Reiseverband (DRV) teilt dazu mit: Sollten gebuchte Reisen aufgrund der Situation nicht durchgeführt werden können, werden Gäste, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, aktiv informiert. Sie haben die Möglichkeit, kostenfrei auf ein anderes Zielgebiet oder einen anderen Zeitraum umzubuchen. Im Fall einer Stornierung erhalten sie bereits gezahlte Gelder zurück.
Angelo Glashagel, Susanne Schedwill
Autor: ssc
Wenn das Paradies plötzlich zu Hölle wird: Blick auf eine typische Urlaubsanlage in Dubai. (Foto: psg)
Ein Kreuzfahrtschiff in Katar oder ein Hotel in Dubai sind zur Zeit sicher nicht der beste Urlaubsort. Seit dem Wochenende herrscht wieder Krieg im Nahen Osten, in mehreren Ländern der Region sind iranische Raketen eingeschlagen, gezielt wird dabei auch auf die touristischen Hotspots. Der Flughafen von Dubai wurde getroffen und auch am Burj Khalifa gab es Drohnenalarm.
Mittendrin finden sich auch viele deutsche Reisende, rund 30.000 Kunden deutscher Reiseunternehmen sind direkt oder indirekt betroffen, schätzt man beim Deutschen Reiseverband, darunter auch einige Reisende aus Nordthüringen. Wie viele lässt sich nicht genau ermitteln, beim Freistaat hält man sich mit konkreten Zahlen noch zurück.
Ein in einem Hotel eingerichteter Schutzraum, fotografiert von unserem Leser Henning S. (Foto: Henning S. )
Ein Aushang in dem Hotel unseres Lesers in Ras Al Khaimah. (Foto: Henning S.)
Die Lage vor Ort sei ohne Frage unangenehm, teilt uns ein Nordhäuser Reisebüro mit, das mit einem halben Dutzend betroffenen Kunden in der Region Kontakt hält. Die Betroffenen würden vor Ort in den Hotels betreut, die Kosten übernehme in der Regel das Gastland. Rettungsaktionen würden über die Veranstalter und Fluggesellschaften organisiert. Zu erwarten sei, dass die Gestrandeten auf dem Landweg nach Oman gebracht und vor hier über Saudi Arabien ausgeflogen werden, da sich allein hier ein offener Flugkorridor findet. Eine eben solche Aktion hat Italien gestern durchgeführt, 98 Urlauber wurden aus Dubai geholt. Wann und wie das auch für deutsche Reisende möglich wird, ist noch unklar. Heute Nachmittag wurde bekannt, dass die Bundesregierung ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere unter den in Nahost gestrandeten Deutschen an morgigen Mittwoch starten will. Für den Tourismus sei der Krieg wie Corona 2.0, heißt es weiter aus dem Reisebüro. Orte wie Dubai, Katar und die Emirate sind ein beliebtes Reiseziel, das viel größere Problem sei aber, dass die Region an sich als internationales Drehkreuz für den Reiseverkehr nach Asien, Australien und Ozeanien fungiert. Mit der Eskalation des Konflikt fallen die großen Flughäfen der Golfstaaten als Zwischenlandepunkte weg, tausende Reisende sitzen fest, auch wenn der Krieg für sie weit weg ist.
Wir haben zum Glück keine Kunden, die im Krisengebiet festsitzen, sagt Michaela Matthias von der Reiseboutique in Bleicherode. Seit über 30 Jahren gibt es das Reisebüro in der Kalistadt. Seit Corona sei man krisenerprobt. Mit jeder Krise lernt man wieder dazu, ist die Reisexpertin überzeugt und ergänzt: Wir hatten einige Kunden, die planmäßig noch am Freitag aus dem Nahen Osten zurückgekehrt sind, also noch rechtzeitig.
Auch im Reisebüro Hahnemann in Niedersachswerfen ist man erleichtert, aktuell keine Kundinnen und Kunden in der betroffenen Region zu haben.
Direkt betroffene Reisende gebe es auch im Dertour-Reisebüro in der Bahnhofstraße in Nordhausen nicht. Wir haben allerdings mehrere Fernreisekunden, die natürlich auf die großen Flughafendrehkreuze in Dubai und Abu Dhabi angewiesen sind, erklärt Steffi Ludwig. Für diese Urlauber werde derzeit geprüft, ob alternative Flugverbindungen möglich sind. Mit Blick auf die bevorstehenden Osterferien und bereits gebuchte Reisen in die Kriegsregion bittet sie darum, Ruhe zu bewahren. Die Reiseveranstalter melden sich rechtzeitig bei den Kunden, versichert Ludwig. Oberste Priorität habe nun zunächst die Rückholung gestrandeter Reisender.
Das Auswärtige Amt hat am 28. Februar eine Reisewarnung für mehrere Länder ausgesprochen. Dazu zählen Israel und die Palästinensischen Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar und Jemen.
Der Deutsche Reiseverband (DRV) teilt dazu mit: Sollten gebuchte Reisen aufgrund der Situation nicht durchgeführt werden können, werden Gäste, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, aktiv informiert. Sie haben die Möglichkeit, kostenfrei auf ein anderes Zielgebiet oder einen anderen Zeitraum umzubuchen. Im Fall einer Stornierung erhalten sie bereits gezahlte Gelder zurück.
Angelo Glashagel, Susanne Schedwill
