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So, 08:09 Uhr
24.11.2019
AvD gibt Praxistipps für das Fahren auf glatten Straßen

Was Autofahrer im Winter beachten sollten

Die Nachtfröste werden strenger. Unmittelbares Zeichen: viele Autofahrer sind zum morgendlichen Eiskratzen gezwungen. In den Mittelgebirgen kann es jetzt auch schon zu den ersten Schneefällen kommen. Nicht mehr lange und die Auswirkungen des Winterwetters werden auch auf den Straßen zu spüren sein...



Die Winterdienste der kommunalen Bauhöfe und der Straßenmeistereien machen zwar in den allermeisten Fällen einen wirklich guten Job, doch Autofahrer sollten sich nicht allein auf andere verlassen, sondern neben dem eigenen Auto auch die Fahrweise auf möglicherweise glatte Straßen abstimmen. Die folgenden Tipps des AvD helfen, trotz glatter Straßen gut und sicher durch den Winter zu kommen.

Sicheres Fahren beginnt schon vor dem Start. Eine gute Rundumsicht ist auch im Winter überaus wichtig. Daher die Scheiben rundum von Schnee und Eis befreien und gegebenenfalls auch Dach und Hauben räumen.
Die aktivierte Klimaanlage sorgt ebenfalls für gute Sicht, da sie der Luft im Innenraum Feuchtigkeit entzieht und so die Neigung zum Beschlagen reduziert.

Besonders bei Temperaturen unterhalb von drei Grad ist es angeraten und besonders aufmerksam mit bewusst angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Zusätzlich ist es ratsam einen größeren Sicherheitsabstand einzuhalten. Ein sportlicher Fahrstil oder hektische Fahrmanöver sind jetzt unangebracht.

Fehlt es den Antriebsrädern beim Losfahren an ausreichender Haftung, so dass sie durchdrehen (Schlupf), bieten Schaltgetriebe die Möglichkeit, im 2. Gang anzufahren. Dabei ist allerdings eine feinfühlige Betätigung von Kupplungs- und Fahrpedal erforderlich, um den Motor nicht abzuwürgen.
Während des Fahrens sollte der Autofahrer seine Aufmerksamkeit nicht allein auf die anderen Verkehrsteilnehmer richten, sondern auch die Fahrbahnoberfläche im Blick halten. Dunkle Stellen auf der Straße können auf Glätte hinweisen, glitzernde Reflexionen sind ein untrügliches Zeichen für Reifglätte.

Erweist sich die Fahrbahn tatsächlich als glatt, heißt es Ruhe bewahren, große Lenkbewegungen vermeiden und die Geschwindigkeit verringern. Wenn möglich sollte das jedoch ohne Betätigung der Bremse erfolgen. Besser: Den Fuß vom Fahrpedal nehmen und bei Autos mit manuellem Getriebe die Kupplung treten.

Spurwechsel auf verschneiten Straßen erfordern hohe Konzentration sowie einen kühlen Kopf, da oft eine sich zwischen den Fahrspuren bildende Schneewulst überwunden werden muss. Dazu am besten zunächst auf der eigenen Spur das Tempo etwas erhöhen, dann den Fuß vom Gas nehmen und gefühlvoll das Auto auf die Nachbarspur rollen lassen. Bei einem Auto mit Schaltgetriebe idealerweise das Kupplungspedal getreten halten. Damit werden die auf die Räder wirkenden Antriebskräfte reduziert und die Reifen können ein Maximum an Seitenführung aufbauen.
Ins Rutschen geraten Autos auf Eis und Schnee insbesondere in Kurven. Wenn das passiert: Fuß vom Gas und bei Schaltgetriebe die Kupplung treten. Zugleich den Lenkeinschlag zurückgenehmen. Eine Verringerung des Lenkeinschlags reicht in der Regel schon, damit das Auto wieder in die gewünschte Richtung fährt.

Zentrale Voraussetzung für alle Verhaltenstipps ist, das Fahrzeug mit Winterreifen auszurüsten. Andernfalls ist nicht nur die Fahrsicherheit erheblich eingeschränkt, es drohen auch Geldbußen für nicht angepasste Bereifung wer dann auch noch zum Verkehrshindernis wird oder gar in einen Unfall verwickelt wird, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Als Winterreifen gelten offiziell alle Reifen, die das Alpin-Symbol (Stilisierter Berg mit Schneeflocke) auf der Reifenflanke tragen. Und auch wenn in Deutschland nur die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorgeschrieben ist, sollten Winterreifen noch wenigstens vier Millimeter an Restprofil aufweisen. In Österreich gelten übrigens alle Reifen mit weniger Profiltiefe als Sommerreifen egal, ob sie die Schneeflocke tragen oder nicht. Für Fahrten auf Schnee und Eis empfiehlt es sich, auch den Reifenfülldruck um 0,2 bar über den vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Wert anzuheben. Dadurch öffnet sich einerseits das Profil und andererseits reduziert sich die Aufstellfläche des Reifens, woraus sich ein höheres Aufstandsgewicht ergibt.
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