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So, 07:12 Uhr
05.01.2020
Umfrage des vzbv:

Große Mehrheit will weniger Verpackungsmüll

Unnötig verpacktes Obst und Gemüse sowie das geringe Angebot an Getränken in Mehrwegverpackungen verhindern gute Absichten.
Handel und Politik müssen reagieren: Der vzbv fordert verpflichtende gesetzliche Regelungen, um überflüssige Abfälle deutlich zu reduzieren...

Die Mehrheit von 96 Prozent der Verbraucher wünscht sich weniger Verpackungsmüll. Das zeigte eine Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) aus dem Jahr 2018. Eine aktuelle repräsentative Untersuchung im Auftrag des vzbv zeigt nun, dass Verbraucher vor allem beim Einkauf eigene Möglichkeiten sehen, um ihren Abfall zu verringern. Gesetzgeber und Handel sind in der Pflicht, Verbraucher in ihren guten Vorsätzen zu unterstützen.

„Verbraucher sind bereit, ihr Verhalten zu verändern, um Verpackungsmüll einzusparen“ sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Politik und Anbieter müssen nun endlich die Rahmenbedingungen so setzen, dass ihre guten Vorsätze auch tatsächlich zu weniger Müll führen können.“

Umfrage zeigt: Mehrwegbeutel hoch im Kurs

Den bestehenden Handlungswillen belegt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des vzbv. Sie zeigt, wie Verbraucher zukünftig Verpackungsmüll vermeiden wollen: 90 Prozent der Befragten wollen mehr Mehrwegbeutel und -taschen benutzen. 89 Prozent geben an, mehr unverpacktes Obst und Gemüse einkaufen zu wollen und 79 Prozent wünschen sich weniger Getränke in Einwegverpackungen.

Unverpacktes Obst und Gemüse oft teurer

Obst und Gemüse unverpackt einzukaufen, würde zu erheblichen Einsparungen führen. Allein der Verzicht auf die Folie bei Salatgurken gibt Rewe mit 205 Tonnen an. Das Potential überflüssige Verpackungen in diesem Bereich einzusparen ist also groß. Trotzdem finden sich im Handel 63 Prozent dieser Waren bereits vorverpackt. Teilweise müssen Verbraucher für unverpacktes Obst und Gemüse sogar mehr zahlen.

Mehr Einweg ins Regal

Noch mehr Einsparungen würden Änderungen im Kaufverhalten bei Getränkeverpackungen bringen. Mit umweltfreundlichen Getränkeverpackungen könnten 400 000 Tonnen Plastikmüll eingespart werden, rechnet der Naturschutzbund vor. Einige Discounter wie Aldi und Lidl bieten jedoch gar keine Mehrwegflaschen mehr an. „Die im Verpackungsgesetz vorgegebene Mehrwegquote von 70 Prozent wird weit unterschritten. Hersteller und Handel schleichen sich hier aus der Verantwortung. Das macht es Verbrauchern unnötig schwer Verpackungsmüll zu vermeiden“, so Klaus Müller.

Politik und Handel müssen Rahmenbedingungen schaffen

Der Handel ist in der Pflicht sein Angebot an unverpacktem Obst und Gemüse deutlich auszuweiten. „Erfüllt die Verpackung keine Schutzfunktion, ist sie überflüssig. Verbraucher müssen unverpackt einkaufen können, ohne höhere Preise oder längere Wege in Kauf nehmen zu müssen“, sagt Klaus Müller.

Abfallvermeidung ist der beste Ressourcenschutz. Verpackungsmüll sollte schon bei der Herstellung von Lebensmitteln vermieden werden. Der vzbv fordert, dass die Bundesregierung im Kreislaufwirtschaftsgesetz verbindliche Zielquoten und Zeitvorgaben zur Reduktion von Verpackungsmüll festlegt. Außerdem muss das Verpackungsgesetz nachgebessert werden. Die Zielvorgabe von 70 Prozent Mehrwegverpackungen muss für Unternehmen verpflichtend werden und bei Nichtbeachtung auch Sanktionen nach sich ziehen.
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Kommentare

05.01.2020, 09.38 Uhr
Psychoanalytiker | Mich hat keiner gefragt ...
... ich höre immer "repräsentative" Umfrage, habe aber selbst noch nie so eine solche Umfrage erlebt. Auch erklärt mir so manche Verkäuferin zu "Diesem oder Jenen", dass es keine Nachfrage gäbe. Auch diesbezüglich hat mich noch keiner gefragt. Zum Beispiel ist seit Anfang 2019, also seit rund einem Jahr das Navigationssystem "Galileo" in Betrieb. Reine, nur auf dieses europäische Navigationssystem ausgerichtete Geräte gibt es (noch) nicht, aber wenn man es nicht (kaum) kennt, gibt's auch keine Nachfrage.

Und nochmal zu den Verpackungen. 90 Prozent der Bevölkerung will also keinen Verpackungsmüll. Ein großer Teil dieser Menschen nimmt sich dann aber am Obststand 2, 3 Beutel, um jede unverpackte "Sorte" einzeln zu verpacken. Verlogen diese Welt ...

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05.01.2020, 18.22 Uhr
Kobold2 | Die Bequemlichkeit
Ist das Problem und die anderen sind immer Schuld.
für Obst und Gemüse gibt es auch Papiertüten, oder man nimmt seine Beutel schon man mit zu Einkauf.
Beim Bäcker ebenso. Getränke in Einweg Behältern kann man zumindest bei Wasser, Bier und Limonade weitgehend vermeiden. Bei Säften sehe ich aber noch reichlich Nachholbedarf. Als Endkunde darf man schon malvon seiner Marktmacht Gebrauch machen.

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