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So, 11:16 Uhr
05.01.2020
Ab 2020 deutlich höherer Satz gültig:

Anhebung der Kleinunternehmergrenze

Die Grenze für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer beträgt seit dem Jahr 2004 „nicht mehr als 17.500 im vorangegangenen Jahr und nicht mehr als 50.000 im laufenden Jahr“. Der Gesetzgeber erhöht die Grenze von 17.500 ab 1.1.2020 auf 22.000 ...

Durch die Bezugnahme der Grenze auf das Vorjahr können Kleinunternehmen bereits 2019 bis zu 22.000 Einnahmen erzielen, ohne ihren Status als Kleinunternehmer zu verlieren. Die Erhöhung bedeutet auch, dass eine Reihe von Selbständigen und Start-ups wieder für diese Vereinfachungsregelung in Frage kommen.

Beispiel 1
Anja ist Fitness-Trainerin und hatte 2018 Erlöse von insgesamt 21.800 . Sie durfte daher ab 2019 die Kleinunternehmerregelung nicht mehr anwenden, sondern musste als „Regelbesteuerer“ 19 % Umsatzsteuer an das Finanzamt melden und abführen. Anja wird auch 2019 insgesamt 21.800 Erlöse erzielen. Sie kann daher ab 2020 die Kleinunternehmerregelung wieder in Anspruch nehmen.

Beispiel 2
Thomas ist Grafikdesigner und hat bis Mitte November 2019 einen Umsatz von 17.000 erzielt. Er wird bis Ende 2019 noch Dienstleistungen erbringen, für die er 1.500 Honorar in Rechnung stellen kann. Nach bisherigem Recht hätte Thomas die Rechnungstellung möglicherweise auf Anfang 2020 verschoben, um nicht im Jahr 2019 über die Kleinunternehmergrenze
von 17.500 zu kommen und so ab 2020 in die Regelbesteuerung zu fallen. Durch die Änderung zum 1.1.2020 auf 22.000 kann er das Honorar noch 2019 vereinnahmen, da er auch mit einem Umsatz von 18.500 in der Kleinunternehmerregelung
bleiben kann.

Ergänzende Hinweise:
  • Möchten Unternehmer von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch machen, dürfen diese Unternehmen keine Umsatzsteuer in den Rechnungen und Quittungen ausweisen.
  • Steuerfreie Erlöse wie zum Beispiel Vermietung von Wohnungen, Heilbehandlungen, Unterrichtsleistungen für staatliche Schulen und Hochschulen, sogenannte Reverse-Charge-Fälle oder auf elektronischem Weg erbrachte Dienstleistungen an Nicht-Inländer (beispielsweise Software- oder Video-Downloads) werden nicht in die 22.000--Grenze eingerechnet.
  • Bei einem Wechsel von der Regelbesteuerung zur Kleinunternehmerregelung sind unter Umständen Berichtigungen beim Vorsteuerabzug vorzunehmen, falls für einzelne angeschaffte Gegenstände über 1.000 Vorsteuer vom Finanzamt erstattet wurde.
  • Von der Kleinunternehmerregelung kann auch ohne Überschreiten der Grenzen freiwillig zur Regelbesteuerung per Option gewechselt werden (an diesen Wechsel ist man dann fünf Jahre gebunden).
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