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Sa, 19:15 Uhr
12.03.2022
Kleinbus mit fünf ukrainischen Flüchtlingen kehrt glücklich heim

Der Preußen-Express ist zurück

Gestern Morgen startete der Hilfstransport des FSV Preußen Bad Langensalza an die polnisch-ukrainische Grenze, um Hilfsgüter zu bringen und nach Möglichkeit geflüchtete Menschen mitzubringen. Heute in den frühen Morgenstunden war die Aktion erfolgreich abgeschlossen …

Überfüllte Turnhalle in Medyca, wo Hunderte von Flüchtlingen auf Hilfe warten (Foto: T.Kirschner) Überfüllte Turnhalle in Medyca, wo Hunderte von Flüchtlingen auf Hilfe warten (Foto: T.Kirschner)

Nach einem spontanen Hilfsaufruf (uhz berichtete) fuhren Vereinsvertreter des Bad Langensalzaer Fußballvereins gestern los, um ihren eigenen solidarischen Beitrag für zu leisten. Besser als erwartet seien sie vorangekommen, erzählt uns Thomas Kirschner, der gemeinsam mit Gunther Wurschi den Fahrdienst des Vereinskleinbusses übernahm. Schon gegen 20.30 Uhr erreichten die beiden am Freitag die Grenzstadt Medyca, wo sich viele Fahrzeuge in langen Schlangen stauten. Der Langensalzaer Transport wurde jedoch durchgelassen, weil er vorher über eine polnische Mitarbeiterin Kirschners angemeldet war.

Binnen zehn Minuten entluden bereitstehende polnische Helfer die mitgebrachten Güter, die sich in Summe als genau richtig erwiesen. Bekleidung wird hier nicht gebraucht, Medikamente, Nahrung und Hygieneartikel hingegen waren hoch willkommen. Als Kirschner und Wurschi schließlich das total überfüllte Auffanglager sahen, wurde ihnen die ganze Dimension des Leids und der Not der Flüchtlinge deutlich vor Augen geführt. Hunderte campieren in Turnhallen und notdürftig errichteten Zelten bei nächtlichen Temperaturen von bis zu 10 Grad unter Null. Hauptsächlich sind es Frauen und Kinder, die auf Hilfe angewiesen sind und ihr Land verlassen haben.

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Von der befreundeten Dolmetscherin schon vorher angesprochen und ausgesucht warteten drei junge Frauen mit zwei Kindern auf den Bus aus Deutschland und stiegen dankbar sofort ein in Richtung Bad Langensalza. Die beiden Mütter und eine Freundin haben keine Familienangehörigen in Deutschland und nehmen das Angebot gern an, für die Dauer des Krieges ins Thüringen zu bleiben. Alle drei beteuerten schon auf der Rückfahrt sofort, sich in Deutschland eine Arbeit suchen und unbedingt zu ihrem Lebensunterhalt selbst beitragen zu wollen. Die Verständigung lief über Handy und Sprach-Apps, denn die deutschen Fahrer sind nur der deutschen und englischen Sprache mächtig, die ukrainischen Frauen sprechen nur Ukrainisch und Russisch. Größte Sorge der Ukrainerinnen war es, ob sie nach dem Krieg auch wirklich wieder nach Hause zurückkehren könnten. Dieses Versprechen gaben ihnen die beiden Bad Langensalzaer, sie bestenfalls selbst wieder in ihre Heimat zurück zu bringen.

Übergangsweise werden die fünf Geflüchteten jetzt erst einmal bei der Familie Wurschi und in einer Ferienwohnung des ehemaligen Fußballers Thomas Seifert wohnen, bis die beiden Wohnungen der Brüder Kirschner ordentlich möbliert sind.

Wer dabei helfen möchte und Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände beisteuern will, der kann bei Frau Runau unter der Nummer 0173 - 97 84 709 anrufen und sich erkundigen, was noch im Detail benötigt wird.

Die polnischen Helfer sind gut vorbereitet und koordinieren die internationalen Rettungsaktion (Foto: T.Kirschner) Die polnischen Helfer sind gut vorbereitet und koordinieren die internationalen Rettungsaktion (Foto: T.Kirschner)

Schon heute Abend werden Retter und Gerettete bei einem gemeinsamen Abendessen die nächsten Schritte besprechen, denn die Preußen-Verantwortlichen wollen ihre Schützlinge nicht einfach irgendwo absetzen, sondern auch in der nahen Zukunft intensiv bei ihrer Eingliederung betreuen.

Thomas Kirschner machte sein Versprechen von Donnerstagabend wahr und stand schon zum Anpfiff der heutigen Verbandsliga-Partie zwischen den Preußen und Gera Westvororte nach rund 2 000 Kilometern Fahrt wieder im Getränkewagen vor der Tribüne des Stadions der Freundschaft und verkaufte Bier. Mit zu Schlitzen verengten, müden Augen, aber mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht. Dass sein Verein auch noch das Spiel und durch die Ergebnisse der anderen Thüringenligapartien praktisch den ganzen Spieltag gewann war dabei nach zwei Tagen ohne Schlaf nur ein schöner Nebeneffekt.
Olaf Schulze

Aus dem Auffanglager an der polnisch-ukrainischen Grenze (Foto: T.Kirrschner)
Aus dem Auffanglager an der polnisch-ukrainischen Grenze (Foto: T.Kirrschner)
Aus dem Auffanglager an der polnisch-ukrainischen Grenze (Foto: T.Kirrschner)
Autor: osch

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